Schuften für die Stadt

Rathaus für Firmen ein bedeutender Auftraggeber

+
Beim Umbau des Bürgerservice’ im Rathaus im Sommer 2012 kamen heimische, aber auch auswärtige Firmen zum Zug.

Rodgau - Die direkteste Form von lokaler Wirtschaftsförderung ist die Beteiligung örtlicher Firmen an städtischen Projekten. Zum Beispiel beim Bau einer Kita. Das Vergaberecht setzt dem zwar klare Grenzen. Von Bernhard Pelka

Trotzdem ist die Stadt Rodgau ein enormer Wirtschaftsfaktor etwa für das örtliche Handwerk. Im vergangenen Jahr vergab die Stadt an heimische Firmen Aufträge für 1,23 Millionen Euro.

„Bei der Vergabe von Aufträgen müssen wir uns natürlich immer an das gültige Vergaberecht halten“, erläutert Stadt-Sprecherin Sabine Fischer. Das Prozedere ist immer gleich: Ausschreibung, Prüfung der Unterlagen, Ermittlung des günstigsten Angebots. „Wir können nicht von vornherein heimische Betriebe beauftragen, versuchen aber, diese soweit wie möglich zu berücksichtigen.“ Auch bitte die Stadt Generalunternehmer, die den Zuschlag für Projekte bekommen haben, bei der Vergabe einzelner Gewerke in besonderem Maß an örtliche Firmen zu denken.

Und so teilten sich die 1,23 Millionen im Jahr 2012 auf:

- 1,08 Millionen Euro für Gebäudeunterhaltung und Neubauten;

- 120.000 Euro für die Grünpflege und

- 30.000 Euro für Beschaffung von Material vom Toilettenpapier über Reinigungsmittel bis zu Getränken für die Bewirtung von Gästen bei offiziellen Empfängen.

Das sind die großen Brocken. Profitiert haben örtliche Unternehmen zum Beispiel vom Umbau des Bürgerservice’ im Rathaus, der 360.000 Euro kostete.

Gehämmert, gemauert und gestrichen haben lokale Handwerker auch am Erweiterungsbau für die Kita II an der Freiherr-vom-Stein-Straße. Dasselbe gilt für den Ausbau des Christian-Zang-Hauses in Weiskirchen zur Betreuung für Schulkinder. Hier waren unter anderem Rodgauer Firmen beteiligt bei Installationen, Außenanlagen, Fenster- und Metallbau, Bodenarbeiten und Wärmedämmung.

Aufträge für Werbemaßnahmen

Dazu kommen Aufträge für Werbemaßnahmen (Plakate, Banner, Autobeschriftung und mehr). Überdies kauft die Stadt die Lebensmittel zum Beispiel für die Kitas vor Ort ein und lässt ihre Fahrzeuge, sofern Leasingverträge zu nichts anderem verpflichten, in heimischen Werkstätten reparieren.

„Gerne lassen wir auch das Geld im Ort, wenn wir für besondere Anlässe Blumen oder kleine Geschenke benötigen“, nennt die Pressesprecherin ein weiteres Beispiel. „Diese Einzelbeträge sind allerdings nur schwer zu ermitteln. Druckaufträge für Flyer (etwa für die Wirtschaftsförderung oder auch zum muslimischen Grabfeld) bleiben ebenfalls in Rodgau. Wir lassen auch zunehmend Werbeartikel (wie bei der Eröffnung des Bürgerservice) in Rodgau anfertigen.“

Nicht immer kommen Rodgauer Unternehmen zum Zug. Das muss nicht automatisch an unterschiedlichen Preisvorstellungen liegen. Zuweilen bieten heimische Firmen die erforderliche Dienstleistung einfach nicht an.

Quelle: op-online.de

Kommentare