Prinzenpaar sitzt auf dem Chefsessel

Im Rathaus herrscht die Narretei

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Übergangsherrscher auf dem Rathausbalkon: Prinzessin Carmen I. und Prinz Patric II.

Rodgau - Trübsal in der Stadtkasse, Hochgefühle bei den Narren: Die Erstürmung des Rathauses verlief nach dem bekannten Drehbuch. Und doch kannte die Veranstaltung Überraschungen. Erstmals stürmten die Elferräte der zwei größten Jügesheimer Vereine gemeinsam. Von Bernhard Pelka 

Das war der Tatsache geschuldet, dass die traditionell von der TGS ausgesuchten Tollitäten aus der Wiege von TGM SV stammen. Carmen I. und ihr prinzlicher Gemahlsgatte Patric II. machten ihre Sache genau so gut wie ihre jugendlichen Herrscherkollegen Isabel I. und Phillipp III. Auf der Maingau Schau-Bühne vorm Rathaus reimten sie vor zwei-, vielleicht dreihundert Gästen phantasievoll über die Zwickmühle aus städtischer Finanznot und guten Ideen fürs Regieren. Wenn denn Geld da wäre, ja dann würden Carmen und Patric die Straßen sanieren und die Zahl der Hortplätze erhöhen. So aber blieb nur die nüchterne Erkenntnis: „Den Stadtschlüssel, den geben wir bald wieder her, denn leider ist die Kasse leer.“

Auch die anderen Beteiligten legten sich mächtig ins Zeug. Zum Beispiel der Gugi Sebastian Mahr. Mit einem mächtigen Satz durchbrach er die von Karton versperrte Rathaustür. Oder Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Nachdem er sich auf der Bühne bei der Machtübernahme erst ein bisschen geziert, dann aber pflichtgemäß doch ergeben hatte, stemmte er sich zusammen mit seinem Ersten Stadtrat Michael Schüßler im Treppenaufgang zu seinem Büro dem närrischen Tross noch einmal überraschend entgegen. Freilich bedurfte es nur eines Küsschens der Prinzessin - und schon war auch diese letzte vierbeinige Bastion gefallen. Klar: Wer könnte so viel Charme widerstehen? Derweil regnete es vom Balkon am Bürgermeisterbüro schon Süßigkeiten auf die Kinder unten hernieder.

Zuvor hatten die Giesemer Trottwa Lerche auf der Bühne die Menge gesanglich aufgewärmt, waren Carmen und Patric in schicken VW-Cabrios des Autohauses Brass vorgefahren. Immer dabei: die Garde, die Gugisheimer, das Hoforchester Zweiklang und eine weitere Traditionsfigur der Fastnacht: der Till (Stefan Schmidt). Sie alle hatten zuvor das Rodgau Prinzenpaar zuhause an der Stettiner Straße beim Prinzenempfang hoch leben lassen und zum Rathaussturm abgeholt. Im Bürgermeisterbüro kam’s schließlich so, wie es beim Rathaussturm immer kommt. Der Chef übergab die Kasse: gähnende Leere, nur Spielgeld. Und trotzdem waren’s alle zufrieden. Denn wie formulierte Bürgermeister Hoffmann so schön treffend: „Ihr regiert die schönste Stadt - auch wenn sie leere Kassen hat!“

Quelle: op-online.de

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