Seit 25 Jahren in den Dienst der Bürger

Rathaus in Rodgau: Zentrale Anlaufstelle

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Ein Blick in die damals von Holzbrettern gestützte Baugrube. Beim Baggern stieß man eines Tages plötzlich auf Torf.

Rodgau - Von der Öffentlichkeit und der Stadtverwaltung weitgehend unbeachtet, gab es kurz vor der Jahreswende ein Jubiläum, das nicht vergessen werden darf: 25 Jahre Rathausbau. Elf Jahre nach Gründung der Stadt Rodgau war am 10. Dezember 1988 Einweihung.

Seither ist der Bau im Herzen von Jügesheim ein äußeres Zeichen für den Wunsch, dass die Stadtteile zusammenwachsen mögen.

Für Rodgau war der Neubau ein Meilenstein. Die bis dahin auf zehn Nebenstellen verteilte Stadtverwaltung zog in einen zentralen Bau in der Mitte von Rodgau. Für kleine Erledigungen blieben in Nieder-Roden, Dudenhofen, Hainhausen und Weiskirchen zwar Außenstellen erhalten. 2010 wurden aber auch diese letztlich geschlossen. Stattdessen bietet die Stadtverwaltung für Bürger mit Gehbehinderung einen mobilen Besuchsservice an. Der Bau musste viele Hindernisse nehmen. Zum Beispiel ging die Baufirma konkurs, was natürlich zu Verzögerungen führte. Oder die Grundsteinlegung im September 1987. Diebe klauten in der Nacht danach die Urkundenrolle.

Das alles war am 10. Dezember 1988 freilich vergessen. Der hessische Innenminister Gottfried Milde, Bürgermeister Paul Scherer, Landrat Karl Martin Rebel und zahlreiche Ehrengäste waren’s zufrieden. Hochzufrieden konnte insbesondere Paul Scherer sein. Dem Verwaltungschef gelang es dank eiserner Kostendisziplin und dem Verzicht auf so manche architektonische Annehmlichkeit, die gesteckten Kosten von etwa 15 Millionen Mark strikt einzuhalten. Eine Woche später kamen dann die Bürger beim „Tag der offenen Tür“ zum Zug. 5000 Rodgauer wollten sehen, wohin die 15 Millionen Steuergeld geflossen waren.

Bau hat eine lange Vorgeschichte

Der Bau hat eine lange Vorgeschichte. Schon 1979 befasste sich ein Gutachten mit der Frage, ob die auf viele Nebenstellen verteilte Verwaltung der größten Stadt des Kreises Offenbach unter diesen Bedingungen bürgernah, effektiv und wirtschaftlich arbeiten könne. Im Zentrum standen dabei die Anforderungen der Bürger an ihre Verwaltung. Wie steht’s mit der Erreichbarkeit? Ist das Angebot der Verwaltung übersichtlich? Gibt es innerhalb der Verwaltung die wünschenswert kurzen Wege? Das waren Fragen, auf die das Gutachterbüro Antworten suchte. Letztlich riet die Analyse dazu, die Verwaltung zu zentralisieren. Diesem Vorschlag folgte die Stadtverordnetenversammlung und begann mit der Standortsuche.

Fünf Stellen kamen in Frage: Gebiet zwischen Vorder- und Hintergasse, Alter Weg westlich der Bahn, Sportplatz an der Konrad-Kappler-Straße, Kasseler Straße zwischen damaliger Post und Wilhelm-Busch-Schule, Gebiet am Wasserturm. Wie die Entscheidung am 14. Mai 1982 ausgefallen ist, sieht man heute. 1985 folgten der Architektenwettbewerb und die Verkehrsplanung. Den Zuschlag erhielten die Ideen des Offenbacher Büros von Professor Fritz Novotny.

bp

Quelle: op-online.de

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