Die Zeit drängt / Sozialdezernent Schüßler plädiert für Erweiterungsbauten

Raumnot an den Schulen

Auf der Grünfläche gegenüber der Münchhausenschule (rechts im Bild) könnte ein Schulerweiterungsbau entstehen. Fotos: pelka

Rodgau – Erster Stadtrat Michael Schüßler mahnt ein höheres Tempo bei den geplanten Erweiterungsbauten für Rodgauer Schulen an.

In konstruktiven Gesprächen mit dem dafür zuständigen Kreis Offenbach drängt er schon seit zwei Jahren immer wieder auf schnelle Lösungen, geschehen ist aber noch nicht viel. In der jüngsten Magistratspressekonferenz schilderte Schüßler nun erneut die brisante Lage und nannte aktuelle Zahlen. Weil immer mehr Familien nach Rodgau ziehen, werden in knapp zwei Jahren 75 Grundschüler mehr als sonst eingeschult werden müssen. Dann fehlt – nach heutigem Stand – der Platz für drei Klassen. Geplant ist zwar, auf der Dachterrasse der Münchhausenschule in Hainhausen ein Klassenzimmer zu errichten. „Das wird aber nicht reichen. “ Container sind für Schüßler keine Alternative.

Der Schuldezernent leitet die künftigen Schülerzahlen aus der Zahl der Kinder ab, die in städtischen Kitas betreut werden. „Die ziehen nach der Kita ja nicht alle weg, sondern wollen in die Grundschule gehen. Und es werden künftig eher mehr Kinder als weniger“, erläutert der Stadtrat. Der Kreis habe sich wegen des großen Drucks auf die Grundschulen bereits des Tricks bedient, die Schulbezirksgrenzen zu verschieben. „In Einzelfällen führt das dazu, dass Geschwister nicht zusammen den Schulweg gehen können, weil der eine noch in die Münchhausenschule geht, sein Bruder aber wegen der neuen Schulbezirksgrenzen schon die Carl-Orff-Schule in Jügesheim besuchen muss.“

Im Prinzip sei gegen solche Schülerlenkungsmaßnahmen des Kreises nichts einzuwenden. Dieses Mittel sei aber inzwischen ausgereizt.

Besonders viele Familien ziehen aktuell in die Neubaugebiete in Hainhausen und Weiskirchen – zum Beispiel an der Brückenstraße. „Diese Kinder können Sie ja nicht nach Nieder-Roden in die Schule schicken“, beschreibt Schüßler das Problem.

Er plädiert deshalb dafür, Erweiterungsflächen an der Münchhausenschule zu nutzen. Möglich sei, die Grünfläche gegenüber der Schule am Friedhof zu bebauen. Sie ist in städtischem Besitz. Oder man gewinnt Platz, indem die Fahrradabstellplätze und die Pkw-Parkplätze direkt an der Schule verlegt werden. Die Autos könnten in ein noch zu bauendes Parkdeck an der Sporthalle ausweichen. Schüßler: „Da hat die Stadt ein Grundstück.“

Auf Anfrage sagte eine Kreis-Sprecherin, dem Kreis seien die Rodgauer Probleme bekannt. „Wir sind dabei, die Schulbezirksgrenzen zu verschieben und haben weitere Planungen am Laufen.“ Konkreter wurde die Sprecherin nicht.

Auch der Schulentwicklungsplan des Kreises nennt keine konkreten Neubauplanungen. Beschrieben wird lediglich der steigende Bedarf. Zur Münchhausenschule heißt es in dem Plan, diese sei „nicht ausbaufähig“ und bedürfe einer Entlastung. Im Schuljahr 2018/19 hatte die Grundschule zwei zusätzliche Klassenräume in einem Containerbau auf dem Gelände der benachbarten Geschwister-Scholl-Schule erhalten. Ein Jahr darauf war in Abstimmung mit den beteiligten Schulen der südliche Bereich Hainhausens wieder der Carl-Orff-Schule zugeordnet worden.

Verwiesen wird auch auf das Neubaugebiet Rodgau-West, in dem eine neue Schule entstehen solle. Stadtrat Schüßler hält diesen Hinweis mit Blick auf die zu erwartende Bauzeit für die aktuellen Probleme für verfehlt. „Bis die neue Schule steht, vergehen vielleicht noch fünf oder sechs Jahre.“

Der Bildungsdezernent sagt, er wolle mit seinem Vorstoß weder Panik schüren, noch den Kreis vorführen. „Ich will nur nicht, dass wir in zwei Jahren da stehen und sagen müssen: Jetzt muss aber ganz schnell etwas passieren. Außerdem möchte ich nicht, dass die Eltern dann zu recht sagen: Ihr hattet genug Zeit, um das Problem zu lösen.“    bp

Quelle: op-online.de

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