Regenproblem scheint gelöst

Entwässerung ist schwierige Aufgabe im geplanten Baugebiet

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Die große Fläche zwischen dem Forschheimer See und der S-Bahn-Strecke ist eines der drei Baugebiete, die die Stadt derzeit plant.

Nieder-Roden - Für die Entwässerungsprobleme im geplanten Baugebiet N 39 zeichnet sich eine Lösung ab. Von Ekkehard Wolf

Trotz des hohen Grundwasserstandes will die Stadt das ausgedehnte Grünland zwischen Forschheimer See und S-Bahn im Südwesten von Nieder-Roden zu einem Wohnbaugebiet machen. Wohin mit den Niederschlägen? An dieser Frage hat die Stadt in den vergangenen Monaten getüftelt. Vorgesehen sind unter anderem der Bau eines Regenrückhaltebeckens und die Versickerung auf den Grundstücken. Selbst wenn man alle Möglichkeiten nutze, „müssen wir einen Teil der Niederschläge in das Entwässerungssystem einleiten“, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Das Regierungspräsidium sei damit einverstanden.

Gärten, nasse Wiesen und einige Felder sollen dem Baugebiet N 39 weichen. 

„Wir gehen mit realistischen Erwartungen in das Verfahren“, so Hoffmann. Über Jahrzehnte hinweg habe die Kommunalpolitik schwierige Fragen gescheut. Für ihn gebe es keine unüberwindbaren Probleme, sondern nur Aufgaben, die zu lösen seien.

Der Aufwand für die Erschließung wird laut Hoffmann zurzeit ermittelt. Daraus und aus einigen anderen Parametern ergibt sich der Preis für den Flächenankauf. „Wir werden einen Vorschlag machen, der sachlich, rechnerisch und wirtschaftlich begründet ist“, kündigt der Bürgermeister an. Der Preis hänge auch davon ab, ob Grünflächen einbezogen sind oder nicht.

Einen begründeten Vorschlag hatten der Magistrat und die Hessische Landgesellschaft (HLG) auch für das geplante Baugebiet „Hinter dem Dell“ (D 24) an der Claus-von-Stauffenberg-Schule gemacht. Der Ankaufpreis sollte 60 Euro pro Quadratmeter betragen, weil ein Teil der Fläche (eine Sanddüne) nicht bebaut werden kann. Eine Mehrheit aus CDU, ZmB und AfD setzte jedoch im September einen Preis von 65 Euro durch. Damit werde ein Teil der Infrastrukturkosten auf die Steuerzahler verlagert, kritisiert Erster Stadtrat Michael Schüßler.

Die Fläche zwischen der Heinrich-Böll-Schule, dem Wohngebiet Forschheimer See und der S-Bahn-Strecke ist eine der drei künftigen Wohnbauflächen, die das Stadtparlament im Mai 2015 festlegte. Die beiden anderen Flächen sind „Hinter dem Dell“ in Dudenhofen und das große Zuwachsgebiet Rodgau-West zwischen Jügesheim und Hainhausen.

„Wir bearbeiten im Moment alle drei Gebiete parallel“, betont Bürgermeister Hoffmann. Keines davon werde bevorzugt. Die unterschiedlichen Bearbeitungsstände erklärten sich dadurch, dass in jedem Gebiet andere Aufgaben zu lösen seien. In Rodgau-West läuft gerade ein städtebaulicher Wettbewerb. In Dudenhofen hat die HLG bereits mit dem Ankauf der Flächen begonnen.

Das Gebiet zwischen Forschheimer See und S-Bahn war einige Zeit politisch umstritten. Noch 2013 wollte es der Magistrat aus ökologischen Gründen als „Grünland“ festschreiben. Nach Protesten der Grundstückseigentümer vollzog die Kooperation aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern eine Kehrtwende.

In einer Bevölkerungsprognose im vergangenen Jahr ging die Stadtverwaltung davon aus, dass das Gebiet N 39 ab 2020 und das Gebiet „Hinter dem Dell“ ab 2021 bezugsfertig sein könne.

Quelle: op-online.de

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