Feuerwehr und Petra Simon retten Tier

Rehkitz verirrt sich in Kläranlage

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Petra Simon füttert das Rehkitz mehrfach am Tag. Verängstigt hatte es sich in eine Ecke des riesigen Überlaufbeckens gedrückt (kleines Bild).

Weiskirchen - Ungewöhnlicher Rettungseinsatz für die Feuerwehr: Die Brandschützer mussten in einem fünf Meter tiefen Überlaufbecken der Kläranlage Weiskirchen ein verängstigtes Rehkitz bergen.

Das mutterlose Reh hatte sich auf das Gelände der Kläranlage verirrt und war in das 50 mal zehn Meter große Überlaufbecken gestürzt. Es stellte sich heraus, dass das Tier unverletzt war. Die aus Dudenhofen herbeigerufene Petra Simon, Leiterin der Auffangstation für Wildtiere und Exoten wusste, wie sich das verängstigte Junge am besten einfangen lässt, damit es sich möglichst nicht verletzt.

Anfangs näherte sie sich vorsichtig und langsam dem Kleinen. Mit einem großen Betttuch gelang es schließlich, das Rehkitz behutsam einzufangen. Petra Simon stülpte das Tuch über den verstörten Ausreißer und verhinderte damit panische Reaktionen.

Die Expertin nahm das wenige Wochen alte Rehkitz in ihrer Auffangstation auf, um es zu päppeln. Derzeit erhält es dort mehrfach am Tag Milch aus einer Babyflasche. Zur weiteren Aufzucht sagt Petra Simon: „Wenn es von der Flasche entwöhnt ist, dann braucht es neben Blättern für die Verdauung Erde zum Beispiel von frischen Maulwurfhügeln. Wenn man jedoch welche für ein Reh sucht, scheint es keine Maulwurfhügel mehr zu geben.“

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Eine Auswilderung des tierischen Nachwuchses scheint unmöglich, da Rehkitze für ein Leben in freier Wildbahn nach der Aufzucht durch Menschen viel zu zutraulich werden. Die kleine Ricke wird jedoch binnen der nächsten Monate in einen Wildpark umgesiedelt werden können, um dort geschützt aufzuwachsen. Rehe und andere Wildtiere gehören, neben Schlangen und weiteren exotischen Haustieren, zu den häufigsten Patienten in der Auffangstation für Wildtiere und Exoten. Petra Simon ist zuversichtlich, dass ihr jüngster Neuzugang sehr bald wieder unter Artgenossen kommt. 

(fed)

Quelle: op-online.de

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