Reine Nervensache

Nieder-Roden (rob) - Viel Sitzfleisch und Geduld braucht Sebastian Spahn (25) in der nächsten Woche. Mit höchstens 25 Kilometer pro Stunde will er mit seinem Traktor die etwa 740 Kilometer nach Hainburg an der Donau in Österreich tuckern - und das Ganze natürlich wieder zurück.

Je nach Wetter wird er am morgigen Sonntag oder dem kommenden Montag starten. Den Großteil der Strecke möchte der Nieder-Röder auf der B8 hinter sich bringen. Diese verläuft parallel zur A3.

In Nieder-Rodens Partnerstadt Hainburg findet während Spahns Besuch das Florianifest der dortigen Feuerwehr statt. Ehrensache für den langjährigen Feuerwehrmann, sich blicken zu lassen.

Für die lange Fahrt hat der Schreinergeselle extra eine Holzhütte zum Übernachten gebaut. Sie steht auf einem Anhänger, den Spahn hinter sich her zieht. Sogar an ein Campingklo wurde gedacht.

Die Behausung hat der Schreinergeselle im Betrieb seines Chefs in Heidenheim gebaut. Das dauerte eine halbe Woche. Der Bastler hat morgens vor und abends nach der Arbeit an seinem Projekt gewerkelt. Die Beine des Tisches in der Hütte kann er verkürzen, so dass zusammen mit der Eckbank eine recht geräumige Liegefläche entsteht.

Viele Hindernisse stellten sich dem Hobbylandwirt in den Weg, der sich nur zwei Wochen Zeit für die Vorbereitungen genommen hatte. Zum Beispiel machten die Behörden Schwierigkeiten. Sebastian Spahn opferte einen ganzen Tag, um Genehmigungen für sein Vorhaben einzuholen.

Zum Training ist er mit dem Traktor aus dem Baujahr 1981 nach Heidenheim gefahren. Inklusive Rückweg dauerte die Tour 20 Stunden. Während seiner Fahrt nach Hainburg möchte der 25-Jährige 200 bis 250 Kilometer am Tag zurücklegen. Zum Übernachten wird er Bauernhöfe ansteuern, die an der Stecke liegen. In den nächsten Tagen wird das Gespann noch um einen Stromerzeuger für die Herdplatte und diverse Kisten ergänzt. In ihnen will Sebastian Spahn Wasser und Werkzeug mitnehmen. „Der Traktor wurde zwar komplett überholt, aber falls er Schwierigkeiten macht, kann ich wenigstens Kleinigkeiten selbst reparieren.“

In Österreich will der Trekkerfahrer sich übrigens mit Rodgauer Freunden treffen. Die kommen allerdings mit dem Flugzeug - und brauchen nur 45 Minuten.

Quelle: op-online.de

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