Traum vom Reiterhof wird wahr

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Linda Salin und Udo Weigel vor ihrer Bewegungshalle.

Hainhausen (pep) - Das Stahlgerüst sieht man schon aus großer Entfernung. Was zwischen Äckern, Feldern und neben dem ersten Aussiedlerhof Hainhausens entsteht, ist die große offene Reithalle von Linda Salin und ihrem Lebensgefährten Udo Weigel.

Nicht komplett geschlossen, aber mit Banden und Windnetzen, bietet sie Schutz vor Kälte und Nässe. Gemeinsam bauen die beiden am Traum vom eigenen großen Reiterhof.

Insgesamt 15 Hektar ist das Gelände groß, etwa dreieinhalb davon sind noch verpachtet. Seit 2000 hatten sie einen Stall in Rembrücken gepachtet, den sie dann aber letztes Jahr für diese Gelegenheit aufgegeben haben. Die 22 mal 40 Meter große Bewegungshalle ist aber nur eine von mehreren Baustellen.

Die bisherigen Gebäude werden komplett renoviert, es entstehen eine Maschinenhalle und ein Pferdegruppenstall, und aus dem alten Schweinestall wurden Ponyboxen. Im Freien entstehen noch Reitplätze.

Seit Dezember wird fleißig gebaut, Reste entsorgt, aufgeräumt und gestaltet. Seit einem halben Jahr bieten die Wohnräume des Hofes für die beiden auch ein Zuhause.

Nach einer anderen beruflichen Laufbahn kehrt Linda Sahin wieder zurück zu ihren Wurzeln. Schon im Kindesalter hatten es ihr die Vierbeiner angetan. Inzwischen ist sie Fachschulungsleiterin für therapeutisches Lernen und hat ebenfalls alle anderen Reitabzeichen gemacht. Durch die räumliche Nähe zu ihrem alten Stall konnte sie ihren kompletten Stamm an Einstellern und ihre 80 Reitschüler mit auf den „Fecherhof“ nehmen. Und die Nachfrage wächst. Neben der Pensionspferdehaltung, im Rahmen derer sie die Versorgung der Pferde mit Futter, Heu und die Koordination von Hufschmied und Arztbesuchen übernimmt, ist der Reitunterricht großer Bestandteil des Beschäftigungsfeldes von Linda Salin.

Pferdeliebhaber und Selbstversorger

Dressurreiten, Western, jede Stilrichtung ist bei ihr erlernbar. Doch ihr Schwerpunkt liegt auf dem therapeutischen Reiten. „Wir haben alle Schwächen, Behinderte gibt es nicht“, erklärt sie ihre Sichtweise und ihren Umgang mit ihren Patienten. „Ich gehe jetzt Reiten“, klinge viel besser als zu sagen, man gehe zur Therapie, führt sie fort. „Das motiviert sogar.“ Pferde werden hier als Freizeitpartner gesehen, nicht bloß als Reittier. Die Tiere gäben den Menschen eine Menge, sie könnten helfen, ein Freund sein. Die Förderung von Jugendlichen liegt Linda Salin daneben besonders am Herzen. Die Förderung der Entwicklung und des Teamgeistes seien enorm wichtig.

Trotz einiger anderer Ställe und Reitmöglichkeiten in der Umgebung kann sie sich über jede Menge Arbeit freuen. Die Nachfrage sei groß und jeder arbeite anders, sagt sie zu ihrem Angebot, das nun das zweite ihrer Art in Rodgau ist. Insgesamt hat Linda Salin 15 Pferde. Zusammen mit den Tieren der privaten Einsteller gibt es Platz für bis zu 35 Pferde. Die Halle ist notwendig, um ganzjährig reiten zu können, denn die Wetterabhängigkeit kostet ansonsten bis zu fünf Monate Pause.

Eigentlich sollte die große Reithalle bereits fertig sein, zumindest auf das Dach warten Linda Salin und Udo Weigel derzeit aber noch.

In dem familiär geführten Betrieb möchten die beiden Pferdeliebhaber komplett Selbstversorger sein. Heu, Stroh und Hafer für die Pferde werden auf den Äckern erwirtschaftet. „Es ist viel Arbeit, aber es macht auch unheimlich viel Spaß“, fasst Linda Salin zusammen.

Quelle: op-online.de

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