Vom Rendezvous ins Rettungsboot

Nieder-Roden (eh) ‐ „Ein Rendezvous von Creme und Lachs“, „eine Umarmung von Süß und Herzhaft“ und zum Schluss „ein sinnlicher Kuss von Schattenmorellen“: Auch in der Schulküche geht Liebe geht durch den Magen.

Mit einem Menü unter dem Motto „Traumhochzeit“ beteiligten sich gestern vier Schülerinnen der Heinrich-Böll-Schule (HBS) am bundesweiten Wettbewerb um den „Erdgaspokal“. Ein zweites HBS-Team tischte der Jury eine „Seefahrt“ auf - und servierte die „Rettungsboote“ gleich als Vorspeise. Die beiden Rodgauer Gruppen wetteiferten mit Schülern der Ernst-Reuter-Schule Offenbach, die sich nichts Geringeres als die „Versuchung im Paradies“ vorgenommen hatten - edles Silber und Bonsai-Bäumchen als Tischdeko inklusive.

Die kleinen Teigfladen bilden die Grundlage der Räucherlachs-Pikeletts, die Vorspeise des Themenmenüs „Seefahrt“.

Zwei Stunden lang wurde geschnippelt und gezupft, gekocht und gebrutzelt, dekoriert und angerichtet. Nach 120 Minuten musste alles punktgenau fertig sein. „Die Arbeitsorganisation ist wichtig“, sagte Profikoch Robert Claar, der die Arbeit der Schüler bewertete. Der Inhaber des Hotels Seebode in Ebsdorfergrund-Frauenberg bei Marburg wirkt seit sechs Jahren als Jurymitglied am Schülerkochwettbewerb mit. Die Hoffnung, dadurch Berufsnachwuchs zu gewinnen, hat er allerdings aufgegeben: „Die Teilnehmer sind zwar mit Spaß dabei, aber nur wenige können sich vorstellen, morgens, mittags und abends in der Küche zu stehen.“

Die Schüler sind hoch motiviert“, freute sich Lehrerin Stefanie Czwalinna, die in der Böll-Schule das Fach Arbeitslehre unterrichtet. Menüfolge, Motto und Tischdekoration hatten die Jugendlichen selbstständig zusammengestellt. Einziges Handikap: Weil der ursprünglich vorgesehene Kochtermin im November ausfiel, geriet das Training ins Stocken. Der Lehrplan nahm keine Rücksicht auf einen kranken Juror. „Seit November haben wir unsere Menüs nicht mehr gekocht“, so Czwalinna, „in den letzten acht Wochen haben wir uns mit Metallbearbeitung beschäftigt.“ Umso mehr war sie davon angetan, wie konzentriert und zügig ihre Zehntklässler arbeiteten.

Drei-Gänge-Menü für vier Personen zaubern

Mit großem Ehrgeiz waren die Offenbacher Schüler von York Krause bei der Sache. Als „süße Sünde“ zum Dessert wagten sie sich an ein Soufflé, bei dem theoretisch viel schief gehen kann.

Alle Teams mussten aus vorgegebenen Zutaten ein Drei-Gänge-Menü für vier Personen zaubern: eine kalte Vorspeise mit Fisch, eine Hauptspeise mit Hackfleisch und ein Dessert mit Speisequark. Alle Zutaten zusammen durften nicht mehr als 18 Euro kosten. Der regionale Gasversorger Entega bezahlte die Lebensmittel und stattete die Kochteams mit Schürzen und Kopftüchern aus.

Am 19. Dezember ist der letzte Schulkochwettbewerb in Südhessen. Erst dann steht fest, wer an der Regionalmeisterschaft teilnehmen darf. Die drei besten Teams kommen eine Runde weiter.

Quelle: op-online.de

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