Feuerwehr bittet um Fotos und Videos

Mähdrescher-Brand: Retter außer Gefahr

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Weiskirchen - Beim Brand eines Getreidefelds östlich der Pommernstraße hat die Feuerwehr am Freitag eine Katastrophe verhindert. Die fünf verletzten Feuerwehrleute wurden inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Von Ekkehard Wolf 

Ein Nachbar schreibt in einem Dankesbrief: „Diese Leute haben ihre Gesundheit und ihr Leben für uns Anwohner eingesetzt.“ Der Augenzeuge spricht von einer Feuerwalze, die sich auf dem Feld ausbreitete: „Nachdem die Feuerwehr informiert war, hat sich das Feuer explosionsartig in Richtung unserer Häuser bewegt.“ Mit großem Mut hätten sich die Einsatzkräfte den Flammen entgegengestellt.

„Das ging rasend schnell“, berichtet auch Stadtbrandinspektor Andreas Winter, der mit als Erster am Brandort war. Der Rauch über dem brennenden Mähdrescher sei senkrecht nach oben gestiegen, dann sei Wind aufgekommen: „Nach einer halben bis einer Minute war die Hälfte des Ackers weggebrannt und das Feuer kam auf uns zu.“ Dann sei es darum gegangen, die Ausbreitung des Feuers zu stoppen und Funkenflug zu den Häusern am Feldrand zu verhindern. Die Hitze war so groß, dass Anwohner von Hitzeschäden an ihren Gartenhecken berichten.

Schaden von 300.000 Euro

Die Polizei schätzt den Schaden auf 300.000 Euro. Wie die Beamten ermittelten, hatte sich nach Startversuchen des 64-jährigen Maschinenführers aus Langenselbold ein Feuer an dem Mähdrescher entwickelt. Die Maschine brannte aus. Auch die Ernte wurde ein Raub der Flammen: etwa 30 Tonnen Wintergerste. Das Feld ist etwa fünf Hektar groß. Vier städtische Bedienstete und eine Frau der Freiwilligen Feuerwehr wurden mit Rauchvergiftung oder Kreislaufbeschwerden in Krankenhäuser eingeliefert. Vier von ihnen wurden am Abend wieder entlassen, einer musste über Nacht in der Klinik bleiben. Bereits an der Einsatzstelle hatten Feuerwehrsanitäter die Verletzten mit Sauerstoff versorgt. Auch ihr Flüssigkeitsbedarf war hoch: Als sie im Krankenhaus eintrafen, hatten sie bis zu drei Liter getrunken. Stadtbrandinspektor Andreas Winter ist erleichtert, dass keine bleibenden Gesundheitsschäden entstanden sind: „Es ist noch mal für alle Beteiligten sehr glimpflich ausgegangen.“

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Bereits Tags zuvor hatte die Feuerwehr einen ähnlichen Brand in Hainhausen gelöscht. Dort war eine Rundballenpresse der Ausgangspunkt. „Aber da hatten wir den Vorteil, dass der Acker abgeerntet war“, so Winter. Eine Situation wie in Weiskirchen habe er bisher noch nicht erlebt, berichtet der Stadtbrandinspektor. „Wir haben alles richtig gemacht. Es war nur auf einmal eine Dynamik in der Lage drin, die schneller war als wir mit unserem bisschen Personal.“

Mähdrescher-Brand in Weiskirchen

Mähdrescher-Brand in Weiskirchen

Die Flächenbrandgefahr sei nach wie vor hoch, sagt Andreas Winter: „Wie gefährlich es ist, hat man uns mal wieder vor Augen geführt.“ Um die Gefahr zu bannen, seien drei bis vier Tage Landregen notwendig, „aber möglichst erst nach der Ernte“. Um das Geschehen aufzuarbeiten, bittet die Feuerwehr um Hilfe. Wer Fotos oder Videos von dem brennenden Feld besitzt, kann sie per Post (Weiskircher Straße 142) oder E-Mail (feuerwehr@rodgau.de) übermitteln. Die Bilder seien nur für den internen Gebrauch, so Winter, „weil wir nachvollziehen wollen, wie schnell es war“.

Quelle: op-online.de

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