Strandbad Nieder-Roden

Nach tödlichen Badeunfällen: Stadt beantwortet Fragen –„Rettungsaktion sofort eingeleitet“

Zwei Bauzäune versperren den Eingang zum Strandbad Nieder-Roden. Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma passen auf, dass niemand das Gelände betritt. Nach zwei tödlichen Badeunfällen vom Wochenende ist das Strandbad noch bis einschließlich Donnerstag geschlossen.
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Zwei Bauzäune versperren den Eingang zum Strandbad Nieder-Roden. Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma passen auf, dass niemand das Gelände betritt. Nach zwei tödlichen Badeunfällen vom Wochenende ist das Strandbad noch bis einschließlich Donnerstag geschlossen.

Nach den tödlichen Badeunfällen im Strandbad Nieder-Roden geht die Aufarbeitung weiter. An Badeaufsicht und Rettungsablauf gebe es nichts zu verbessern, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann.

Rodgau - Die Stadt Rodgau wolle die Badegäste künftig mehr über die Gefahren aufklären. Man könne niemandem einen Vorwurf machen. Ein elfjähriger Junge ist am Sonntag im Rodgauer Badesee ertrunken. Bereits am Freitag war eine im Wasser treibende Frau trotz aller Wiederbelebungsversuche gestorben.

Mehrere Badegäste hatten in E-Mails an unsere Zeitung kritisiert, dass der Wachturm zwischen FKK- und Textilstrand an den Unglückstagen nicht besetzt war. Zudem habe die Rettung am Freitag zu lange gedauert. Ein Stammgast steuert nun einen weiteren Aspekt bei: Durch das neue Funktionsgebäude sei die Badeaufsicht optisch nicht mehr so präsent; die Mitarbeiter seien durch die Balkonbrüstung verdeckt.

Zum Thema Badeaufsicht/Rettung hat die Stadtverwaltung einen Fragenkatalog unserer Zeitung beantwortet.

Mit wie vielen Leuten war die Badeaufsicht an den Unglückstagen am See?
Am Freitag waren sechs Rettungsschwimmer gleichzeitig im Einsatz (drei städtische und drei der DLRG), am Sonntag vier (zwei städtische und zwei von der DLRG). Das ist für die Besucherzahlen angemessen (Freitag etwa 1100, Sonntag 900).
Warum ist der Wachturm zwischen FKK- und Textilstrand nicht besetzt?
Der Wachturm ist in regelmäßigen Abständen besetzt. Je nach Anzahl der Badegäste wird dies durch eine Fußstreife ersetzt oder ergänzt – oder die Badefläche wird mit dem Boot überwacht. Der komplette Textilbereich und der größte Teil der FKK-Badefläche ist vom neuen Funktionsgebäude gut einsehbar. Ein kleine Ecke am Lift ist durch Grünwuchs verdeckt. Zum Zeitpunkt des Badeunfalls vom Freitag waren zwei städtische Rettungsschwimmer im FKK-Bereich unterwegs und konnten sofort die Rettungsaktion in maximaler Geschwindigkeit einleiten.
Wie lange braucht das Rettungspersonal bis zum Boot?
Es dauert maximal 20 bis 30 Sekunden, bis die Rettungsschwimmer am Boot sind. Das wird regelmäßig trainiert.
Wie oft weisen Badegäste das Personal auf mögliche Gefahrensituationen hin?
An heißen Tagen gehen 15 bis 20 Hinweise ein. Ihnen wird persönlich nachgegangen. Wenn zum Beispiel eine stark alkoholisierte Person gemeldet wird, wird diese kontrolliert und gegebenenfalls ein Schwimmverbot ausgesprochen.
Welche Chance haben die Mitarbeiter überhaupt, einen Notfall zu erkennen?
In einem trüben Gewässer ist es grundsätzlich schwieriger als im Schwimmbad, einen Notfall zu erkennen. Notfälle mit Hilferufen werden sehr gut und schnell erkannt.
Gibt es eine Statistik über geglückte Rettungen?
In diesem Jahr hatten wir bisher drei Rettungsfälle mit positivem Ausgang.
Wo können sich Schwimmer im Notfall festhalten, nachdem die Pontons abgebaut sind?
Auf der Wasserfläche sind Schwimmkörper (Steps) mit Halteleinen verankert. Sie sind etwa einen Quadratmeter groß. Vor Corona gab es sechs Pontons und vier Steps. Jetzt sind es 20 Steps.

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