Chef im Markt der Märkte

Rewe Center Dudenhofen: Einer der modernsten Märkte

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Marktmanager Nihat Özgül wird auf seinen Rundgängen durch den Markt regelmäßig von Kunden und Mitarbeitern (wie auf dem Foto) angesprochen.

Rodgau - Nach dem Umbau gehört der Rewe Center in Dudenhofen zum Modernsten, das die Rewe Group zu bieten hat. Wir haben Marktmanager Nihat Özgül eine Weile über die Schulter geschaut. Von Bernhard Pelka

Nihat Özgüls bester Freund ist bei der Arbeit das Telefon. Egal, wo sich der Marktmanager im Rewe Center gerade befindet: Das Handy ist sein ständiger Begleiter. Ohne ginge auch gar nicht. Denn der Marktleiter muss permanent erreichbar sein und greift auch selbst zig mal am Tag zum Hörer. 80 bis 100 Telefonate (externe und interne) täglich sind keine Seltenheit.

Die Sechserpacks mit Hohes C sehen arg zerrupft aus. Kunden haben sie gefleddert. Mal fehlt eine Flasche, mal zwei oder drei in den aufgerissenen Plastikverpackungen. Hässlich! Also bittet Nihat Özgül per Telefon einen Kollegen, aufzuräumen. Ein paar Meter weiter ist beim Rundgang der nächste Anruf fällig. Dem 49-Jährigen fällt in einem Gang in der Weinabteilung eine sperrige Palette mit Weinkisten auf, die noch ausgepackt werden müssen. „Bitte gleich wegräumen, damit die Kunden durchkommen. Danke!“

Nicht nur während der Schreibtischarbeit liegt das Telefon bereit.

Özgül pflegt einen freundlichen, aber unmissverständlichen Umgangston. Das kommt auch wenige Minuten später so rüber. Ein Außendienstler spricht ihn an der Fischtheke wegen einer Personalfrage an. „Nur eine kurze Frage!“ Nach nicht mal 30 Sekunden ist das Gespräch beendet – und es geht weiter in die nächste Abteilung. Auf dem Weg dorthin liest der gelernte Einzelhandelskaufmann zerknüllte Kassenbons oder Verpackungsreste auf, die auf dem Fußboden liegen.

Rundgänge durch den Markt gehören zum Tagespensum des erfahrenen Rewe-Mannes. Zuvor hat er an diesem Tag schon Übernahmegespräche mit künftigen Auszubildenden geführt, zahlreiche E-Mails bearbeitet und Termine abgesprochen. Ein solcher wartet auch jetzt. Die Betreiber eines Spargelhofs wollen klären, wo sie im April innerhalb des Marktes ihre Ware anbieten dürfen. Wo soll der Stand stehen? Wie läuft das Ganze ab?

Geboren in der Türkei, aufgewachsen bei Wetzlar, 1988 zu Rewe hinzugestoßen (damals noch Toom): Nihat Özgül ist in der Rewe Group ein alter Hase. Der Großmarkt in Dudenhofen ist bereits seine fünfte Station als Marktmanager – und das größte Haus, das er bisher geleitet hat. Mit der Komplettsanierung verdoppelte sich in Dudenhofen die Zahl der Mitarbeiter von 100 auf 200, das Sortiment wuchs um 10.000 Artikel auf jetzt etwa 60.000.

Der Rewe Center dient heute mehr als nur der Versorgung mit leckeren und gesunden Kalorien. Vielmehr deckt das Angebot zahlreiche Lebensbereiche der Käufer ab. „Wenn ein Kunde hier hereinkommt, muss er gar nicht mehr woanders hin zum Einkaufen“, beschreibt Özgül die Situation.

Bilder: Frühlingsfest in Rodgau

Apotheke, Friseur, Lotto-Annahmestelle mit Paketdienst, Schlüsseldienst und ein eigenes Blumengeschäft ergänzen Fisch-, Käsetheke, Lebensmittel, Metzgerei, Frischeabteilung & Co. Hinzu kommen eine herrlich duftende Kaffeerösterei und die gläserne Bäckerei/Konditorei, durch deren Schaufenster man die echte Handwerksproduktion sehen kann. Nicht zu vergessen die große Gastronomiezone mit frisch zubereiteten Speisen und die heiße Theke (Produktion in der eigenen Metzgerei).

Zum Tageslauf und den Hauptaufgaben des Marktmanagers gehören neben vielen praktischen Dingen auch Verwaltungsaufgaben: Personalwesen, Controlling, Koordinierung des Warenumschlags, Gespräche mit Vorgesetzten und der Zentrale in Rosbach, die Kontrolle, dass Gesetze (Lebensmittelverordnung, Hygienevorschriften, Arbeitszeitregelungen) eingehalten werden und – vor allem – der Dienst am Kunden. Ob Lob oder Beschwerde – alles landet beim Chef persönlich. „Ich bin hier der Anwalt der Kunden“, sagt er – und eilt zum nächsten Termin. Ein Lieferant will ihn sprechen.

Quelle: op-online.de

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