Kleine Baumeister bei Ferienbetreuung

Riesentürme und Kugelknete

+
Fühlt sich seltsam an, begeistert den Nachwuchs aber sehr. Beim Forschertag in der Ferienbetreuung der Gartenstadtschule werden neue Materialien wie die „Kugelknete“ und ungewöhnliche Bausteine ausprobiert. Alle 20 Minuten wechseln die Gruppen in andere Projekte. 

Nieder-Roden - Draußen ist es trüb und regnerisch: Doch auch für drinnen findet sich manch amüsanter Zeitvertreib in den Herbstferien. Spaß und Beschäftigung  bietet die Betreuung der Gartenstadtschule den Sechs- bis Zehnjährigen in der zweiwöchigen Schulpause. Von Simone Weil 

Gerade teilt Susanne Nees die Gruppen ein. Die stellvertretende Leiterin der Betreuung in der Nieder-Röder Grundschule nennt das heutige Angebot „Forschertag“, weil Ausprobieren und Erkunden angesagt ist. Während es sonst etwa 120 Jungen und Mädchen sind, die die Betreuung besuchen, sind es jetzt in den Herbstferien gerade mal 34 Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren. Los geht es nach einem gemeinsamen Frühstück um 7.30 Uhr. Je nach Anmeldung endet der Tag der Kinder in den bunten und liebevoll eingerichteten Räumen der Betreuung um 13, 15 oder 17 Uhr.

Die Jungen und Mädchen ziehen alle 20 Minuten zu einem anderen Projekt in einen anderen Raum. Der jeweilige Teamchef der Gruppe sorgt dafür, dass das auch klappt, achtet auf die Zeit und darauf, dass unterwegs kein Schüler verloren geht.

Die Bio-Bausteine kommen gut an: Verschiedene Türme nehmen die kleinen Baumeister in Angriff – etwa wie hier mit Leiter.

Mit LED-Leuchten lassen sich beispielsweise ungewöhnliche Schatten an die Wände werfen. Das probieren die Jungs gerade aus. Schräge Bausteine, Traumsand und Kugelknete: Es sind keine alltäglichen Materialien, die der Nachwuchs testet. „Die Kinder sind leicht, zu begeistern“, findet Susanne Nees. Die Erzieherin und Spiel- und Theaterpädagogin weiß aber auch, dass es Schüler gibt, die nicht immer etwas machen und Programm haben müssen. Deswegen gibt es im Lauf der Woche auch Freispielzeit, in der jeder das tun kann, was er mag. Sogar Rumdatteln mit dem Gameboy ist mal kurz drin. „Wir kommen nicht dran vorbei“, meint Nees.
Doch heute geht es kreativer zu: Zum Beispiel muss der Nachwuchs echt Köpfchen beweisen und ganz schön pfiffig sein, wenn es um ein Spiel mit dem Schatten geht. Die Kinder bauen nach, was einen Schatten wirft – so wie in der Vorlage. Dafür braucht es Abstraktionsvermögen und dreidimensionales Denken. Das ist gar nicht so einfach. Doch die Mädchen knien sich rein und finden des Rätsels Lösung tatsächlich in der vorgegebenen knappen Zeit.

Nebenan probieren die Schüler weitere Bausteine in ungewöhnlichen Formen aus: Um die hölzernen Elemente zu verbinden, stecken sie sie zusammen. Auch die magnetischen Bausteine haben ihren Reiz: Bei den Jungs, die sich heute in zwei Gruppen zusammengefunden haben, werden daraus Autos, Raketen und Panzer.

Der Renner aber sind die Bio-Bausteine mit Lochmuster: Offensichtlich verleiten sie die Mädchen zu Höherem. Sie bauen Türme. Dabei setzten manche auf Nummer Sicher und legen die Steine flach aufeinander. „So wird es halt besonders stabil“, erklärt eine junge Baumeisterin. Anders dagegen eine Bastlerin, die besonders hoch hinaus will. Sie steht bereits auf der Leiter, stapelt ruhig und besonnen die Klötzchen mit dem Lochmuster quer. Ihr filigranes Werk bringt sie allerdings an Grenzen: bei der zu Verfügung stehenden Anzahl von Steinen und der Höhe der Leiter.

Drachenfest 2017 am Badesee Nieder-Roden: Bilder

Am Donnerstag steht der Haustiertag an: Eine Betreuerin wird dann ein Kaninchen mitbringen, verrät Susanne Nees. Der Erzieherin ist es wichtig, dass deutlich wird: Tiere sind absolut kein Spielzeug. Sie brauchen verlässlich jemand, der sich um sie kümmert, ihnen Essen bringt, alles sauber macht und vieles mehr.

Gebastelt wird auch in der kommenden Woche noch einiges: Außer Trommelbau und Spiel- und Sportangeboten stehen Salzteigwerke, Perlenarmbänder und ein eigener Regenmacher auf dem Ferienprogramm. Dann kann es den Jungen und Mädchen auch egal sein, wie das Wetter ist. Denn drinnen ist es auch schön.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare