Verkehrsprognose

Ringstraße: Weiterbau steht wieder in Frage

Weiskirchen - Wird der Weiterbau der Rodgau-Ringstraße beerdigt? Zumindest lässt eine neue Verkehrsprognose bis zum Jahr 2020 den Schluss zu, dass mit der Fortführung der Piste zwischen Hainhausen und der verlängerten Udenhoutstraße in Weiskirchen die Entlastung von Verkehr viel zu teuer erkauft wäre.

Das Projekt wäre kaum zu rechtfertigen. „Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Kosten in keinem Verhältnis zu der erwarteten Entlastung stehen“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Clemens Jäger. Weitere Kommentare zur Zukunft des Zehn-Millionen-Projekts verbieten sich seiner Meinung nach derzeit. Denn erst am Donnerstag, 20. Juni, soll die Verkehrsprognose dem Bau- und Verkehrsausschuss vorgestellt werden. Die Sitzung ab 19.30 Uhr im Rathaus ist öffentlich. Mit einem Flugblatt wirbt die CDU-Weiskirchen dafür, die Veranstaltung unbedingt zu besuchen.

Die Union kämpft seit Jahren für den Weiterbau des letzten Teilstücks der Ringstraße. Dabei stellte sie sich sogar gegen Gewerbetreibende an der Hauptstraße. Die Geschäftsleute fürchten, Weiskirchen veröde, sofern der Stadtteil vom Durchgangsverkehr abgeschnitten werde. Die Laden- und Cafébesitzer bezweifeln, dass der Verkehr wirklich so schlimm ist, dass eine Umgehung zwingend erforderlich wäre. Die Zahl von 13.000 bis 14.000 Autos in 24 Stunden sei unrealistisch.

Verkehrszählungen in Auftrag gegeben

Bestätigt in dieser Annahme sah sich Bäcker Wolfgang Schäfer, als er an der Hauptstraße vor der Neueröffnung seines Cafés zur Ermittlung des Kundenpotenzials Verkehrszählungen in Auftrag gab. An zwei Tagen und zwei Standorten auf der Hauptstraße wurden zwischen 5 und 19 Uhr maximal je 9000 Fahrzeuge gezählt.

Gescheitert war der Weiterbau der Ringstraße bisher an planerischen Versäumnissen. Im Juni 2009 stoppte der Hessische Verwaltungsgerichtshof das Projekt und erklärte den Bebauungsplan für unwirksam. Die Stadt hatte zwar drei mögliche Straßenverläufe auf ihre Folgen für die Natur untersuchen lassen. Dann entschieden sich die Stadtverordneten aber ausgerechnet für eine vierte Variante, für die es kein Naturschutzgutachten gab. Die artenschutzrechtliche Befreiung wegen Grauammern, Steinkauz und anderen Arten reichte nicht aus, weil sie befristet war. Ausgleichspflanzungen für den Eingriff in die Natur waren nur für zehn Jahre gepachtet. „Nach dem Donnerstag wird es viele Fragen geben“, sagt Jäger.

bp

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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