Ringstraße wird endlose Geschichte

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Wie viel Verkehr verursacht die Weiterführung der Rodgau-Ringstraße? Diese Frage soll ein neues Gutachten beantworten. Die geplante Umfahrung von Weiskirchen ist Geschäftsleuten der Hauptstraße ein Dorn im Auge.Grafik:

Rodgau (bp) ‐ Die Bürokratie schreibt ein weiteres Kapitel in der schier endlosen Geschichte über die Fertigstellung der Rodgau-Ringstraße. Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen Frankfurt verlangt von der Stadt nun ein neues Verkehrsgutachten als Voraussetzung für den Bau des letzten Teilstücks zwischen Hainhausen und Landesstraße 3117.

Das verzögert das Projekt um mindestens ein weiteres Jahr. Dies berichtete Bürgermeister Jürgen Hoffmann vor der Presse. Die Streckenführung an Weiskirchen vorbei basiere auf einer veralteten Erhebung mit Prognosen maximal bis zum Jahr 2005 und lasse die Entwicklungen danach unberücksichtigt. Nun wird die Planung für den Weiterbau der Piste, die seit 1998 schon eine halbe Million Euro verschlungen hat, nochmals teurer.

Hoffmann zufolge wird die Stadt das Vorhaben trotzdem weiter verfolgen. Das Gutachten werde ausgearbeitet.

Weiskircher Geschäftsleute und Landwirt Richard Löw werden die Entwicklung mit Interesse verfolgen. Vor gut einem Jahr hatten Bäckermeister Wolfgang Schäfer, Michael Hügel (Werbetechnik Hügel), Detlef Lüddicke (Blumengeschäft), Herrmann Löw (Getränke), Metzgermeister Karl-Heinz Ricker, Cornelia Bauer („Unser Lädchen“) und Richard Helm (Schreinerei) bei einem Pressetermin große Bedenken gegen den Bau des letzten Teilstücks geäußert. Sie befürchteten, die Umgehung werde Weiskirchen von Kundenströmen abschneiden. Solche Konzepte gefährdeten die Nahversorgung.

Landwirt Löw hingegen fürchtete sogar um den Bestand seines Betriebs. Sein „Aigeshof“ würde von einem Drittel seiner Weidegründe abgeschnitten. Zum Überqueren der viel befahrenen Straße forderte Löw eine Unterführung oder eine Brücke für seine Pferde.

Dies war aber nicht der einzige Pferdefuß, der die Realisierung des letzten Straßenabschnitts hätte gefährden können. Im Juni 2009 hatte der Hessische Verwaltungsgerichtshof Kassel den Bebauungsplan zur Verlängerung vielmehr sogar für unwirksam erklärt. Die Berufsrichter stellten den Arten- und Naturschutz ins Zentrum ihrer Kritik. So sei die artenschutzrechtliche Befreiung wegen Grauammer, Steinkauz, Rebhuhn und anderen Vogelarten zeitlich befristet.

Die Ausgleichspflanzungen basierten auf Pachtverträgen mit nur zehn Jahren Laufzeit. Die Stadt habe sich überdies für eine nicht geprüfte Streckenführung entschieden.

Quelle: op-online.de

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