Kanalsanierung: Roboter im Untergrund

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Zur Kanalsanierung wird die Straße nicht aufgebaggert.

Weiskirchen - Die Kanalsanierung in Weiskirchen geht mit Volldampf weiter - aber ohne große Baustellen. Statt die Straßen aufzubaggern, setzen die Stadtwerke Rodgau auf eine Sanierung von innen. Dabei werden defekte Rohre mit einem Kunststoffschlauch ausgekleidet.

Die Vor- und Nacharbeiten übernimmt ein ferngesteuerter Roboter. Bisher sind die Arbeiten weitgehend reibungslos abgelaufen. Einmal setzte jedoch eine Waschmaschine einen Keller unter Wasser: Die Hausbewohnerin wusste nicht, dass der Kanalanschluss vorübergehend blockiert war. Erst als die Öffnung freigefräst war, konnte das Waschwasser abfließen.

Früher mussten Anwohner bei einer Kanalsanierung mit Baggerlärm und wochenlangen Verkehrsbehinderungen leben, heute ist es meist mit einem Tag Geruchsbelästigung getan. Die Sanierung von innen kostet ein Viertel der früheren Bauweise.

„Inliner“ nennen die Fachleute die Schläuche

„Inliner“ nennen die Fachleute die Schläuche, die maschinell in die Kanalrohre eingezogen werden. Die Schläuche sind mit Kunstharz getränkt und werden mit heißem Wasserdampf ausgehärtet. Dabei hängt vorübergehend ein intensiver Geruch in der Luft.

Vom Servicewagen aus steuert ein Mitarbeiter den Roboter, der die Hausanschlüsse ausfräst.

Um die Hausanschlüsse freizulegen, wird ein kleiner Roboter in das Rohr gesetzt. Der Roboter orientiert sich an Koordinaten, die vor der Schlauchsanierung zentimetergenau vermessen wurden. Ein Fachmann am Kontrollpult steuert mit Joystick und Computer die präzise Fräse im Untergrund. Weder Anwohner noch Fußgänger oder Autofahrer bekommen das mit. Ihnen fällt nur ein weißer Servicewagen auf, der für längere Zeit neben einem Kanalschacht steht.

Auch kleine Reparaturen sind per Roboter möglich, ohne dass sich ein Arbeiter durch die stinkenden Abwasserrohre zwängen muss. In Weiskirchen werden derzeit etwa 4  000 Meter Mischwasserkanal saniert und repariert. Das kostet rund 500.000 Euro. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Juni.

eh

Quelle: op-online.de

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