Rockmusiker helfen Leben zu retten

Hainhausen (eh) - Einen bescheidenen Erfolg hatte die Blutspende- und Typisierungsaktion in der SKV-Halle. Innerhalb von fünf Stunden kamen 89 Blutspender und 27 potenzielle Stammzellenspender.

„Das ist ein gutes Ergebnis für Pfingstsamstag und ,kleiner Werbetrommel’“, fasst Elisabeth Scholle vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Dudenhofen zusammen. Ehrenamtliche Helfer aus Weiskirchen und Dudenhofen hatten mitgeholfen.

Das Problem: Erst drei Tage vorher hatte der Blutspendedienst mit der Werbung begonnen. „Wir wollten den Blutspendetermin vom Dienstag in Weiskirchen nicht belasten“, berichtet Eric Max vom DRK-Blutspendedienst aus Frankfurt. Zwei Termine kurz nacheinander, so vermutet er, hätten viele treue Spender irritiert.

Der Verein „rod-gau.de“ zur Förderung der Rockmusik hatte den Aktionstag auf seiner Internetplattform bekannt gemacht. Das Ziel war, Stammzellenspender für einen an Leukämie erkrankten Freund zu finden. „Im April haben wir erfahren, dass er Leukämie hat“, erzählt Patrick Burghardt von „rod-gau.de“. Noch während der Vorbereitungen kam die gute Nachricht, dass sich in einer Spenderdatei ein passender Spender gefunden hat. Die Transplantation hat nach Angaben des Vereins bereits stattgefunden.

Nicht für jeden Patienten gibt es einen passenden Spender

So froh alle Beteiligten über diese Entwicklung sind: Die Typisierungsaktion fiel damit fast zwangsläufig etwas kleiner aus. Ein Aufruf zur Typisierung ist nämlich vor allem dann erfolgreich, wenn man ihn mit einer bestimmten Person verbindet. Das Schicksal eines unheilbar Kranken motiviert offenbar mehr Menschen als die Nachricht, dass einem Patienten geholfen werden kann.

4,2 Millionen Menschen sind bundesweit als potenzielle Stammzellenspender registriert. Dennoch findet sich nicht für jeden Patienten ein passender Spender. Bestimmte Gewebemerkmale müssen genau übereinstimmen. Jeder weitere gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren, der sich typisieren lässt, vergrößert die Chancen. So können auch die Besucher vom Samstag in Hainhausen eines Tages zu Lebensrettern werden.

Der Verein „rod-gau.de“ besteht seit 2007. Bereits seit 2002 gibt es eine Internetplattform gleichen Namens. Dort stellen Bands aus der Region ihre Songs zum legalen Herunterladen bereit. Derzeit sind rund 360 Einzelmusiker und Gruppen registriert. Ihr Spektrum reicht von Pop bis Underground.

Die Musiker sorgen im eigenen Interesse dafür, dass ihre Daten aktuell sind. „Wer sich ein halbes Jahr nicht einloggt, wird gelöscht“, erklärt Patrick Burghardt. Eine weitere Spielregel: Alle Musikstücke müssen selbst komponiert sein. „Coverbands lassen wir nicht zu“, sagt Burghardt. Warum? „Wir wollen nicht die Profis darauf haben, sondern die Normalos, die in der Garage spielen.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Michael Marckmann/pixelio.de

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