Naturschutz sagt: Das muss so sein

Rodau wächst zu: Anwohner fürchten Hochwasser

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Das wuchernde Schilf ist gewünscht - auch wenn der Bach scheinbar zuwächst. Bei den Pflegegängen entlang der Rodau werde besonders auf die Durchgängigkeit des Bachbettes geachtet, sagt die Stadt. Zusätzlich werde die Rodau alle zwei Monate kontrolliert, etwaige Stauungen und Unrat entfernt. Das Wasser könne also weiterhin bestens abfließen.

Rodgau - In den letzten Jahren wurden der einst begradigten Rodau Schleifen zugefügt, um den Durchfluss zu bremsen. Die renaturierten Abschnitte versumpfen nun zusehends. Anwohner fürchten, das Wasser fließe bei Bedarf nicht mehr schnell genug ab.

Oder Treibholz verstopfe die Stellen, an denen der Bach auf Brücken trifft. Etwa in Dudenhofen. „Es wird zu wenig zurückgeschnitten“, kritisiert ein Anwohner des Dohlenwegs den naturbelassenen Zustand des Bächleins. Im Park unweit dem Dohlen- und dem Drosselweg schlängelt sich das Bächlein in sanften Windungen Richtung Jügesheim. Das Ufer ist dicht bewachsen. Hier und dort findet sich vertrocknetes Altholz.

Weiter nördlich, in Hainhausen, verschwindet der Bach auf Höhe der August-Neuhäusel-Straße abschnittsweise fast vollends in einem dicht von Schilf bewachsenen Sumpf. Dies alles sei so gewollt und auch richtig, heißt es auf Anfrage in der städtischen Pressestelle. Die Ausdehnung der Schilfflächen zu größeren zusammenhängenden Schilf-Zonen sei „eine weitere positive Entwicklung zur natürlichen Renaturierung der Rodau“. Der zunehmende Schilfbewuchs bilde einen natürlichen Lebensraum für eine Vielzahl spezialisierter Tier- und Pflanzenarten. So biete das Schilf einer Vielzahl von Fischarten geschützte Laichplätze und Rückzugsraum für Jungfische.

„Auch für eine Vielzahl von Vogelarten bieten Röhrichte nicht nur Schutz für Schlaf- und Ruheplätze, sondern auch einen gut gedeckten Tisch an Insekten.“ Das Schilf trage außerdem effektiv zum Uferschutz bei. „Durch das dichte Rhizomgeflecht werden die Sedimente befestigt und die Ufererosion wird verhindert. Somit können großflächige Uferauswaschungen eingedämmt und kostenintensive künstliche Uferbefestigungen vermieden werden.“ In der vegetationsfreien Zeit von Oktober bis Februar werde der nächste Pflegegang entlang der Rodau durchgeführt.

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bp

Quelle: op-online.de

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