270 Sportler rennen für Behinderte

24-Stunden-Lauf: Neuer Kleinbus für Rollstuhlfahrer auf der Wunschliste

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Beim Endspurt geben die Läufer noch einmal alles, obwohl die meisten nach fast 24 Stunden am Ende ihrer Kräfte sind. Die Zuschauer honorieren das mit Applaus – und mit Spenden an den Verein „Gemeinsam mit Behinderten“. Das Foto entstand im vergangenen Jahr.

Sportliche Höchstleistungen für eine gute Sache sind am Wochenende auf dem Sportplatz an der Opelstraße zu erleben. Beim 24-Stunden-Lauf laufen knapp 270 Sportler um Spenden für die Arbeit mit behinderten Menschen.

Dudenhofen – Der Spendenrekord des vergangenen Jahres (115 000 Euro) dürfte nach Ansicht der Veranstalter eine Ausnahme bleiben. „Wir wissen alle, dass es schwierig ist“, sagt Lothar Mark vom Verein „Gemeinsam mit Behinderten“ (GmB). Er hoffe auf ein Ergebnis von ungefähr 100 000 Euro.

Seit etwa einem Jahr ist GmB schuldenfrei, nachdem die letzten Darlehen für die Häuser Emmanuel getilgt wurden. In diesem Jahr steht ein behindertengerecht umgebauter Kleinbus auf der Wunschliste. Das alte Fahrzeug ist nach elf Jahren am Ende seiner Lebensdauer. Der neue „Sprinter“ muss hoch genug sein, um Menschen im Rollstuhl befördern zu können. Gleichzeitig braucht er genügend Stauraum, um Gepäck für mehrtägige Freizeiten unterzubringen.

26 Mannschaften sind angemeldet

26 Mannschaften und acht Einzelläufer sind angemeldet. Das sind drei Mannschaften weniger als im vergangenen Jahr. Manche Teams müssen wegen anderer Verpflichtungen pausieren (Allianz, OCR), andere ziehen sich aus Altersgründen zurück. „Erfreulich ist, dass es immer wieder neue Teams gibt“, betont Jürgen Pech, der sportliche Leiter des 24-Stunden-Laufs. Erstmals dabei sind die „Pride of Southside“ der Feuerwehr Rodgau-Süd, die Spielraum gGmbH, die Montessorischule Dietzenbach und die Gruppe „Omas Enkel“, deren Mitglieder früher in anderen Mannschaften am Start waren.

Den Startschuss geben die Tanzsport-Europameisterin Nina Zoranovic (Rodgaus Sportlerin des Jahres 2018) und Markus Ebel-Waldmann, einer der beiden Betriebsleiter der Stadtwerke Rodgau.

An ehrenamtlichen Helfern herrscht kein Mangel. Mehr als 250 Freiwillige sorgen dafür, dass die Großveranstaltung reibungslos über die Bühne geht. Unter ihnen sind ehemalige FSJler von „Gemeinsam mit Behinderten“ ebenso wie frühere Läufer, die sich nun beim Aufbau oder hinter der Getränketheke in den Dienst der guten Sache stellen.

Viel Geld für die Vorbereitungen

Für Vorbereitungen und Infrastruktur muss der GmB-Verein viel Geld ausgeben. Es sei gelungen, diese Kosten von 30 000 auf 25 000 Euro zu reduzieren, freut sich Lothar Mark: „Dieser Aufwand darf nicht mit Spendengeld bezahlt werden, also müssen wir ihn verdienen.“ Dazu tragen viele bei. Als Beispiel nennt er die Bäckerei Bauder und den Rewe-Konzern, die fast die komplette Verpflegung für die Läufer spenden: „alles außer Käse und Salami“.

Für die Zukunft denken die Organisatoren darüber nach, wie sie den 24-Stunden-Lauf für Sportler und Zuschauer noch attraktiver machen können. In den nächsten Monaten wollen sie zunächst die Meinungen der Mannschaften einholen. „Wir geben uns und den Läufern Zeit, wir sind da auch entspannt“, sagt Lothar Mark. Niemand wolle eine Veränderung übers Knie brechen. Er unterstreicht aber auch: „Wir sind in einer Phase, in der wir uns neu erfinden müssen.“  

eh

Quelle: op-online.de

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