Abbaupläne der Telekom

Notruf aus der Telefonzelle

+
Die gelbe Telefonzelle an der Bushaltestelle Nieuwpoorter Straße in Dudenhofen soll nach dem Willen des Ortsbeirats stehen bleiben.

Rodgau - Der geplante Abbau von Telefonzellen stößt nicht überall auf Gegenliebe. Das zeigte die jüngste Beratungsrunde in den Ortsbeiräten. Von Ekkehard Wolf

Das stärkste Argument: Von einem öffentlichen Telefon kann man jederzeit kostenlos einen Notruf absetzen, zum Beispiel wenn einem das Handy geraubt wurde. „Allein für Notrufe ist jeder Standort sinnvoll“, betont Nieder-Rodens Ortsvorsteher Edgar Ott. Dennoch stimmte der Ortsbeirat nach reiflicher Diskussion dem Abbau eines so genannten Basistelefons zu. „Wir können auf den Anschluss am Sozialzentrum verzichten, aber dafür hätten wir gerne einen Hotspot an der S-Bahn“, fasst Ott den Beschluss zusammen. Der Apparat am Sozialzentrum war mehr als ein Jahr lang kaputt, erst kürzlich hat ihn die Telekom wieder betriebsbereit gemacht. Dennoch kann der Ortsbeirat darauf verzichten: Die Telefonzelle vor der Post ist keine 100 Meter entfernt.

Lesen Sie dazu auch:

Telefonzellen ein Auslaufmodell?

Einzig und allein der Ortsbeirat Weiskirchen folgte ausnahmsweise dem Vorschlag des Magistrats. Die Telefonzelle an der Hauptstraße 132 soll verschwinden. „Wir hatten keine Probleme zu sagen: Macht sie weg“, berichtet Ortsvorsteherin Annemarie Jonas: „Heute hat ja jeder ein Handy.“ Der Umsatz der verbleibenden Standorte werde beobachtet. Die Telekom Deutschland GmbH würde am liebsten „tabula rasa“ machen und 15 der 17 öffentlichen Telefone in Rodgau demontieren. Doch das darf sie nur, wenn die Stadt zustimmt. Die „flächendeckende Bereitstellung von öffentlichen Münz- oder Kartentelefonen“ ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Telekom muss die Geräte betriebsbereit halten und bekommt dafür Geld. Dennoch achtet der T-Konzern in erster Linie darauf, was sich finanziell lohnt. Und das sind in Rodgau nur zwei Telefonzellen: an der Karlstraße (Dudenhofen) und vor der Postfiliale an der Oberen Marktstraße (Nieder-Roden).

Sicher telefonieren und surfen: 20 Tipps

20 Tipps: Sicher surfen und telefonieren

Nach Gesprächen mit der Telekom haben sich nach Ansicht des Magistrats vier Standorte als verzichtbar herausgestellt: zwei in Nieder-Roden und je einer in Weiskirchen und Dudenhofen. Im Gegenzug verlangt der Magistrat Verbesserungen an anderen Stellen, und zwar Hotspots an den Bahnhöfen Jügesheim und Dudenhofen und eine neue Telefonzelle an der S-Bahn-Station Hainhausen.

Nach dem Votum der Ortsbeiräte will der Magistrat erneut beraten. Eine weitere Diskussion in den Stadtteilen hält Bürgermeister Jürgen Hoffmann aber nicht für nötig. Die Entscheidung des Magistrats geht direkt an die Telekom. Die Ortsbeiräte bekommen sie nur mitgeteilt.

Quelle: op-online.de

Kommentare