Neue Kirche

Architekt strebt bescheidenen Neubau an 

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Uwe Kollmenter, Heribert Söllner, Marc Fink und Pfarrer Dr. Peter Eckstein (von links) freuen sich auf den Neubau (hier ein Modell).

Nieder-Roden - Weniger ist manchmal mehr. Dieser Erkenntnis folgte der Verwaltungsrat der Gemeinde St. Matthias bei seiner Entscheidung für den Entwurf der Rodgauer Architekten Uwe Kollmenter und Marc Fink zum Kirchenneubau in Rollwald (wir berichteten). Von Bernhard Pelka

Das Ungewöhnliche daran ist, dass mit diesem Entschluss nicht das aus einem Preisgericht hervorgegangene erstplatzierte Architektenbüro den Zuschlag erhielt, sondern Platz drei. „Die anderen Entwürfe haben die Herzen der Gemeindemitglieder nicht genug angesprochen“, erläutert der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Heribert Söllner. Und Pfarrer Dr. Peter Eckstein ergänzt: „Die genialste Architektur, die das übersieht, macht einen Kardinalfehler.“ Der Entwurf von Kollmenter/Fink nehme die traditionelle Bauweise der Siedlung Rollwald auf und präsentiere die Kirche im wahrsten Wortsinn als „Haus des lieben Gottes“. Die Gläubigen könnten sich darin auf Anhieb wohl fühlen.

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Dr. Eckstein spricht von einem „Entwurf von edler Bescheidenheit.“ Das neue Kirchengebäude werde „etwas Schlichtes und doch Bergendes, etwas Einfaches und doch Wärmendes“ darstellen. Genau dies habe den Verwaltungsrat nach zunächst ergebnisoffener Diskussion „mit deutlicher Mehrheit“ dazu bewogen, Kollmenter/Fink den Zuschlag zu geben und damit gegen das Urteil des Preisgerichts zu entscheiden.

Foyer dient quasi als Seitenschiff

Vorausgegangen waren dieser Entscheidung in den zurückliegenden Monaten eine hoch emotionale Gemeindeversammlung und zahlreiche Gespräche - auch unter Einbindung des Bistums - und das mit Experten besetzte Preisgericht (Architekt, zwei Diözesanbaumeister, Kreisbauaufsicht, Bürgermeister, Kreisbaudezernentin, Stadtbauamt.)

Die Architektur der neuen Heilig-Kreuz-Kirche orientiert sich an den in Rollwald stehenden Siedlungshäusern. An die Kirche (16 mal elf Meter) schließen sich das Foyer (fünf mal acht Meter) und der Gemeindesaal (sechs mal acht Meter) als flaches Bauwerk ohne Giebel an. Das Gotteshaus lässt sich für größere Veranstaltungen zum Foyer hin öffnen. Das Foyer dient dann quasi als Seitenschiff. Küche, Sanitär- und Nebenräume ergänzen dieses Raumangebot. Insgesamt finden maximal 200 Gemeindemitglieder Platz.

„Das machen wir so transparent wie bisher auch“

Die Obergrenze der Baukosten liegt bei 800 .000 Euro und muss strikt eingehalten werden. 200. 000 Euro davon muss die Gemeinde selbst aufbringen. Bis Jahresende 2013 soll alles fertig sein. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, liegt auch an den Ergebnissen der nun bald folgenden Ausschreibung der Bauleistungen. Zunächst aber wird ein Bauausschuss gegründet.

Während der Bauzeit kann der alte Pavillon auf dem 3 000-Quadratmeter-Gelände weiter genutzt werden. Die Gemeinde wird in sämtliche kommenden Schritte einbezogen. „Das machen wir so transparent wie bisher auch“, versichert Pfarrer Eckstein.

Quelle: op-online.de

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