Benefiz-Fahrradtour

In zwölf Etappen nach Barcelona

Rodgau - Zu einer Benefiztour für Multiple-Sklerose-Kranke startet Rennradfahrer Andreas Beseler am 15. Juni in Jügesheim. Unter dem Motto „Besi & Friends“ strampeln rund 40 Sportler für die gute Sache. Die Vorbereitungen gehen in den Endspurt.

Heute, Donnerstag, spricht Beseler von 16 bis 18 Uhr in der HR-Fernsehsendung „Hallo Hessen“ über das Vorhaben.

Der Jügesheimer ist eine sportliche Ausnahmeerscheinung - und ein Mutmacher für Kranke und Behinderte. Er leidet selbst an Multipler Sklerose, einer chronischen Erkrankung des zentralen Nervensystems. Seine Devise heißt „Rad statt Rollstuhl“. Mit Hilfe des Fahrradfahrens ist es ihm bisher gelungen, dem scheinbar unvermeidbaren Schicksal „Rollstuhl“ zu entkommen. Andreas Beseler beweist, dass man trotz einer schweren Krankheit mit Einschränkungen und Schmerzen sein Leben meistern und die Lebensfreude erhalten kann.

Die Tour nach Spanien startet am Sonntag, 15. Juni, um 9 Uhr an der Radsporthalle Jügesheim. Zwölf Etappen von 120 bis 173 Kilometer sind geplant, dazwischen ein Ruhetag in Clermont-Ferrand (Frankreich). Manche Teilnehmer haben sich nur für einzelne Etappen angemeldet, andere fahren die ganze Tour mit. Von Jügesheim bis Barcelona sind 1 762 Kilometer zurückzulegen. Dabei geht es oft bergauf und bergab, insgesamt 24 681 Höhenmeter.

Mit der Benefiztour wirbt Andreas Beseler um Spenden für die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung, die sich für MS-Kranke in Not einsetzt. Auch die Mitfahrer beteiligen sich fleißig an der Spendenaktion. Erst kürzlich sammelten drei Teilnehmer aus Berlin 1 414 Euro bei der Hauptversammlung der Gewerkschaft der Polizei in Potsdam.

Gelder fließen in Spendenkassen

Weitere Informationen gibt es im Internet.

Mehrere Großsponsoren aus der Wirtschaft unterstützen die gute Sache mit Geld- und Sachspenden. Die Gelder fließen direkt in die Spendenkasse. Sachleistungen helfen indirekt: Sie senken die Kosten der Tour, so dass der größte Teil des Teilnehmerbeitrags ebenfalls gespendet werden kann. Kartons voller Sportlernahrung und Zubehör stapeln sich bei Andreas Beseler; im Keller stellt er daraus „Starterpacks“ für die Teilnehmer zusammen. Allein der Vorrat an Energieriegel, Gel und isotonischem Getränkepulver entspricht einem Warenwert von 8000 bis 10.000 Euro.

Der Großhandelsmarkt Fegro/Selgros sorgt für Essen und Getränke, die Firma Grundhöfer stellt Obst, Gemüse und einen Kühlwagen. Lufthansa spendiert den Rückflug für alle Teilnehmer, die die komplette Tour mitfahren. Die Handballer der HSG Rodgau-Nieder-Roden schicken ihre drei Kleinbusse als Begleitfahrzeuge mit, die von Opel gesponsert werden. Der Autohersteller bezahlt sogar den Treibstoff.

Fahrrad-Check für den Frühling

Mehr über die Vorbereitungen erzählt Andreas Beseler heute in der Fernsehsendung „Hallo Hessen“. Rodgaus Sportler des Jahres berichtet auch über seine Benefiztour des vergangenen Sommer in Kanada. Vom 6. Juli bis zum 2. August fuhr er mit dem Rennrad 3 835 Kilometer durch die Rocky Mountains. Zahlreiche Menschen spendeten einen oder mehrere Cent für jeden gefahrenen Kilometer. Am Ende konnte sich die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung über 26 248,68 Euro freuen.

Obwohl Andreas Beseler auf dem Rennrad lange Strecken zurücklegt, sind zwei Stunden Livesendung im Fernsehstudio für ihn eine große Herausforderung: „Ich hoffe, dass ich so lange sitzen kann und auch keine Wortfindungsstörungen durch die MS bekomme.“ Gleich heute früh will er aufs Fahrrad steigen, um für die Sendung am Nachmittag fit zu sein. Vielleicht geht er auch noch mal ins Fitnessstudio: Hauptsache Bewegung!

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eh

Quelle: op-online.de

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