Ein putzmunteres Geburtstagskind

Dudenhofen feiert Männerchor-Jubiläum drei Tage lang

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Die sechs ältesten Sänger des Männerchors wurden beim Festzug gestern Morgen in Opel-Oldtimern durch Dudenhofen chauffiert.   - Foto: Löw

Dudenhofen - Rodgaus ältester Verein feierte drei Tage Geburtstag. Das 175. Jubiläum des Männerchors Dudenhofen lockte jede Menge Publikum ins Festzelt. Ob’s im Ort aber noch einmal ein solch traditionelles Fest geben wird, steht in den Sternen.

Schluss- und Höhepunkt des Zeltfestes, mit dem der Männerchor Dudenhofen seinen 175. Geburtstag feierte, war gestern der Frühschoppen. Der heißt übrigens deshalb so, weil er früh am Abend endet. Nach dem Mittagessen durfte die Rodgauer Polit-Prominenz zuerst volle Biergläser sammeln, um sie dann wieder verkaufen zu müssen. Bei weiteren Spielchen zur Gaudi der Zuschauer konnten auch Sponsoren und Vereinsleute Geschick und Schlagfertigkeit unter Beweis stellen. Dazu gab’s viel Musik, Tänze und den Auftritt des ersten Dudenhöfer Luftpumpenorchesters. Anita Steppke hatte die Nummer mit dem Frauenchor einstudiert.

Beim Festzug am Morgen hatten viele Vereine das Geburtstagskind durch den Ort zum Festplatz begleitet. Zweimal volles Zelt - viel mehr hätte sich Dudenhofens ältester Verein für seine Abendveranstaltungen kaum wünschen können. Sowohl die „Lieblingsband“ am Freitagabend als auch Sängerin Victoria und die Kalbacher am Samstag lockten Besucher in Scharen.

Im Zelt fanden Musikfans, Feierlaunige und Neugierige zum Auftakt manches, was nicht unbedingt jeder erwartet hätte: Massen neongrüner Hüte etwa, die der Energieversorger Rodaustrom verteilen ließ. Große Pfützen, weil es draußen am frühen Abend Bindfäden regnete. Einen Lieblingsband-Fan, der demnächst 90 wird - die Dame war mit ihrer Tochter da und muss nach deren Worten überall hin mit, wo die Combo auftritt. Und nicht zuletzt „Die Mayers“. Als Vorgruppe habe man die jazzenden Georg-Büchner-Schüler kurzfristig ins Programm genommen, sage Männerchor-Vorstand Winfried Seib - um „dem Nachwuchs eine Chance zu bieten“ und einen Kontrast zu Beat und Pop zu setzen. Mit Fusion-Jazz und Funk gaben Jan Iser, Matthias Fenchel, Jannis Gröpl, Nico Huber und David Krapp dem Abend einen fürs Festzelt unkonventionellen Kick.

Viel schiefgehen konnte nach der kollektiven Erwartung der Lieblingsband-Fans ohnehin nicht: „Mit denen kann es nur gut werden“, konstatierte ein junger Mann, der nach eigenen Worten seit drei Jahren kaum einen Auftritt der Band versäumt. Den hohen Erwartungen stellte sich die Formation mit klangstarker Verstärkung: Mit „Blech’n Sax“ als Gebläse im Rücken kam der „Soulman“ zum Einstieg gleich noch einmal so gut. Soul- und Bluesrock-Oldies, unterfüttert mit aktuellen Chartstürmern, prägten auch das weitere Programm. Der Zuwachs tat dem Sound wie der Optik gut: Zeitweise rockten bis zu zehn Musiker das Festzelt.

Bilder: Männerchor feiert Jubiläum

„Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden“, bilanzierte Winfried Seib den Start, auch wenn das miese Wetter wohl manchen Spontanbesucher abgehalten habe. Diese Ausrede fiel am sonnig-lauen Samstag weg, und prompt füllte sich das Festzelt mit Schlager- und Volksmusik-Fans. Wer einen beschaulichen Abend erwartet hatte, wurde von den „Kalbachern“ schnell eines Besseren belehrt: Die „Volxrocker“, so sieht sich die seit einem Vierteljahrhundert erfolgreiche Truppe selbst, machten mit einer explosiven Mixtur aus Partyhits und Rock-Oldies von Anfang an Dampf. Als Victoria später mit ihrer Helene-Fischer-Show einstieg, fand sie ein hervorragend trainiertes Publikum vor.

War der Männerchor-Geburtstag nun Dudenhofens letztes großes Zeltfest? „Zum 200. Geburtstag überlegen wir’s uns“, wich Winfried Seib elegant aus. Und Werner Seib, der zweite Namensvetter unter den vier Vorsitzenden, gab die Verantwortung weiter: „Der MGV Germania wird bald 125. Wir hätten nichts dagegen, wenn es wieder eins gibt!“ Bei realistischer Betrachtung war sich das Duo aber einig: Die Zeit der traditionellen Feste geht ihrem Ende entgegen. Doch von Wehmut ließen sich der Männerchor und seine Gäste die Geburtstagsstimmung nicht verderben. (lö/zrk)

Quelle: op-online.de

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