Ende des Zukunftsrat: Chance auf guten Neubeginn

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Hochhäuser in Nieder-Roden, sterbende Ortsmitte in Hainhausen: Der Rodgauer Zukunftsrat kritisiert ein fehlendes Konzept der Stadtgestaltung.

Rodgau - Die FDP-Fraktion bedauert in einer Pressemitteilung, dass neun von 17 Mitgliedern des Zukunftsrats das Gremium verärgert verlassen haben. Zugleich sehen die Liberalen darin „die Chance zu einem realitätsbezogenen Neuanfang“.

Der Fraktionsvorsitzende Heino Reckließ versichert, die FDP habe sich ursprünglich auf den Meinungsaustausch „und eine rege von Sachkompetenz geleitete Diskussion mit den Mitgliedern des Zukunftsrats gefreut“. Die Namen der Räte hätten diese Vorfreude stark befeuert. „Was man dann aber erleben durfte, hatte man so nicht erwartet. Die mit Spannung erwarteten Ergebnisse der Beratung kompetenter Bürger wurde zum Vortrag von Allgemeinplätzen und reiner Besserwisserei. Den anwesenden Kommunalpolitikern wurden Leitlinien zur Stadtentwicklung als neue, wichtige Erkenntnis vorgetragen, die so in Rodgau schon seit langem Allgemeingut sind und in der praktischen Tagespolitik Anwendung finden“, kanzelt Reckließ die Arbeit der Zukunftsratsmitglieder ab.

Es sei klar zu erkennen gewesen, „dass sich die Zukunftsräte noch nicht einmal durch die Lektüre der Heimatzeitungen, geschweige denn durch Einholung von Fachauskünften mit der Ist-Situation in Rodgau auseinander gesetzt hatten.“ Dass ein Teil der Mitglieder des Zukunftsrats die Vorstellung hatte, ihre Ideen und Gedanken schnell und ohne Abstriche in der politischen Umsetzung wiederzufinden, sei den Liberalen klar gewesen, hatte man doch am Anfang der eigenen politischen Aktivität die selben Vorstellungen. Man habe aber lernen müssen, dass es für politische Willensbildungen Zeit und passende Mehrheiten braucht. „Ohne den Willen und die Fähigkeit, dicke Bretter bohren zu können, sollte man nicht in die Politik gehen“, so der Chef der Liberalen.

Von den fünf Leitlinien, die der Rat erarbeitet habe, gehörten vier bereits zum politischen Tagesgeschäft und seien damit nichts Neues. Nur beim Thema demographischer Wandel hänge man ein wenig hinterher.

Reckließ allerdings macht den von der FDP-Fraktion initiierten Bau von barrierefreien, mietpreisgebundenen Wohnungen für ältere Mitbürger an der Ludwigstraße geltend. „Hier sind wir weiter am Ball. Die SPD-Sozialausschussvorsitzende Jutta Dahinten und ich haben gerade einen Prüfantrag zum Bau weiterer Sozialwohnungen in die Kooperation zur Diskussion eingebracht und sind guter Dinge, dass dieser Antrag seinen Weg ins Parlament finden wird.“ Und die Einrichtung kostenfreier Kindergartenplätze habe das FDP-Ehrenmitglied Armin Hönig schon vor 30 Jahren ins FDP-Wahlprogramm schreiben lassen.

bp

Quelle: op-online.de

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