In zwei Gesamtschulen wird es eng

Rodgau (eh) - „Es kann jetzt wieder losgehen, ich freu’ mich darauf“: Andrea Haus, die Schulleiterin der Heinrich-Böll-Schule (HBS), sieht dem neuen Schuljahr optimistisch entgegen.

Bevor am Montag rund 700 Schüler das Haus mit Leben füllen, versammeln sich die Lehrer am Freitag zur ersten Konferenz. „Das wird ein langer Tag“, erwartet die Chefin.

INFOBOX: Hauptschule ist Auslaufmodell

Die Hauptschule ist auch in Rodgau ein Auslaufmodell. Wegen der geringen Anmeldezahlen werden Haupt- und Realschüler zunächst gemeinsam unterrichtet. Die Georg-Büchner-Schule setzt auf Förderstunden in diesen Klassen. Schulleiter Winfried Döring: „Wir werden Lernstandserhebungen machen und dann versuchen, die Schüler individuell zu fördern.“

Die Geschwister-Scholl-Schule hingegen plant in ihren „Kombiklassen“ eine äußere Differenzierung: von Anfang an gibt es getrennte Kurse in Mathematik, nach dem ersten Halbjahr auch in Englisch.

Einen anderen Weg verfolgt die Heinrich-Böll-Schule: In der integrierten Gesamtschule lernen alle Kinder so lange wie möglich gemeinsam, mindestens zwei Jahre lang. „Individuelles Lernen“ hat dort einen hohen Stellenwert. Seit Jahren macht die HBS gute Erfahrungen mit Wochenplänen, an denen jedes Kind in seinem eigenen Tempo arbeiten kann. Die Klassen sind in diesen Stunden oft mit zwei Lehrkräften besetzt.

Auch ihre Kollegen an den beiden anderen Mittelstufenschulen gehen guten Mutes ins neue Schuljahr. Es gibt genügend Lehrkräfte für alle Fächer, auch wenn manche erst vor wenigen Tagen zugesagt haben. „Die Suche hat fast die ganzen Ferien in Anspruch genommen“, berichtet Tino Desogus, der neue Leiter der Geschwister-Scholl-Schule (GSS). Er freut sich: „Wir haben fünf junge, motivierte, neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt.“

Eine Woche Urlaub von der Georg-Büchner-Schule (GBS) gönnte sich Schulleiter Winfried Döring, ansonsten arbeitete er die Ferien durch. Der Einsatz des Schulleitungsteams hat sich gelohnt: Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen, der Stundenplan ist längst fertig.

Die drei Gesamtschulen bieten für jeden etwas: Neben der integrierten Gesamtschule in Nieder-Roden gibt es zwei kooperative Gesamtschulen mit Unterschieden im Gymnasialzweig: G 8 in Hainhausen und ab jetzt wieder G 9 in Jügesheim.

Vielleicht ist es auch der Rückkehr zu G 9 zu verdanken, dass die Georg-Büchner-Schule nach einem Durchhänger im letzten Jahr nun vier 5. Klassen im Gymnasialzweig bilden kann - im letzten Jahr waren es nur zwei. Mit 122 Neuzugängen erreicht die GBS wieder einen Normalwert. Die einzige Realschulklasse ist recht groß.

Die größte Zahl an Fünftklässlern, 160, nimmt die Scholl-Schule auf. Das sind sieben Klassen: vier im G 8-Gymnasium und drei im Realschulzweig. „Damit sind wir randvoll“, sagt Tino Desogus. Die GSS hat nun 724 Schüler.

Mit 86 Fünftklässlern in vier Klassen startet die Heinrich-Böll-Schule. Die integrierte Gesamtschule hat so viele Anfragen aus Nachbarstädten, dass sie nicht alle erfüllen kann. „Räumlich platzen wir nach wie vor aus allen Nähten“, berichtet Andrea Haus. Ein Fachraum für Naturwissenschaften muss als Klassenzimmer dienen.

Die HBS setzt seit Jahren einen Schwerpunkt auf Naturwissenschaften. Die GSS hat spezielle Nawi- und Bläserklassen. An der GBS ist die Sportklasse auch in diesem Jahr besonders gefragt; für Musiker gibt es neben den Brasskids jetzt auch eine Streicher-AG.

Quelle: op-online.de

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