Große Vereinsfamilie des TSV Dudenhofen feiert Jubiläum

Tradition, Siege, Vertrauen

Dudenhofen - Nur wenige Vereine in Rodgau sind so alt wie der TSV Dudenhofen: 125 Jahre. Ihr besonderes Jubiläum feiern die 1 400 Mitglieder in acht Abteilungen noch das ganze Jahr über. 22 Veranstaltungen sind geplant. Von Jennifer Gregor 

Am Samstag, 22. März, läutet die akademische Feier ab 19 Uhr den Festreigen in der TSV-Halle ein. Der Verein geht zurück auf das Engagement 25 junger Männer. 1889 fassten sie in der Gaststätte „Grüner Baum“ an der heutigen Opelstraße den Entschluss, einen Turnverein zu gründen, wie es in den umliegenden Ortschaften schon geschehen war. Damals gab es für Vereine keinerlei Unterstützung. Heute ist das anders. Es wurde erkannt, wie wichtig die soziale Funktion von Vereinen ist: Jugendarbeit, Integration, Erfüllung und Selbstbestätigung im Ehrenamt . . .

Schon drei Jahre nach der Gründung des Turnvereins kehrten einige Turner preisgekrönt von Gaufesten heim. Die erste Vereinsfahne wehte 1900. Innerhalb des noch jungen Vereins bildete sich 1903 eine Sängerriege. Sie erzielte großartige Erfolge und machte den Turnverein weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt. 1925 ging der Gesangsverein dann in den „Volkschor“ über. Der Turnverein gehörte dem Südwestdeutschen Turnerbund an, der zwischen den beiden großen Sportverbänden, dem Arbeiter-, Turn-, und Sportbund und der Deutschen Turnerschaft stand. 1925 wurde der Südwestdeutsche Turnerbund aufgelöst. Der Verein schloss sich nun dem Arbeiter-, Turn- und Sportbund an.

1950 kam es zur Wiedergründung

Fußball spielte in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg beim TSV noch keine Rolle. Der Krieg bedeutete einen großen Einschnitt für die Geschichte des Vereins. Viele junge Männer kehrten nicht mehr heim. Es brauchte Jahre, bis sich der TSV von diesen Verlusten erholt hatte. Wie viele andere vereine auch, ereilte den TSV in der Nazizeit ein schweres Schicksal: er wurde 1933 aufgelöst. Ehrenvorsitzender Philipp Klein III. schreibt darüber: „Die Auflösung des Vereins durch das Hitler-Regime konnte zwar den Verein aus dem Register streichen, jedoch die Idee, den Turnergeist, der die Mitglieder beseelte, nicht für immer vergessen machen.“

1950 kam es zur Wiedergründung und zum Zusammenschluss mit dem Sportverein, der 1933 als Ersatz von den damaligen Machthabern ins Leben gerufen worden war. So entstand wieder nur ein großer Verein. Die Tatsache, dass die großen Abteilungen wie Turnen, Fußball und Spielmannszug getrennt in verschiedenen Lokalen untergebracht waren, wirkte sich nicht förderlich auf die Zusammenarbeit aus, schrieb Philipp Klein III. dazu in seinen Erinnerungen. Nun reifte der Gedanke, eine eigenes Heim zu bauen. 1961 wurde die Sporthalle eingeweiht, 1967 folgte die Gaststätte. Bis auf wenige Ausnahmen sind beide Gebäude unentgeltlich in Eigenleistung von den Mitgliedern erstellt worden. Die Schaffung eines Sportzentrums durch die Gemeinde Dudenhofen hat die Entwicklung des TSV wesentlich gefördert. Die Anlage mit zwei Plätzen und einer 400-Meter-Bahn wurde 1973 eingeweiht. Ein Jahr später entstand die neue Sparte Leichtathletik. Die dritte Ausbaustufe, die Erweiterung der Vereinshalle nach Osten in den Jahren 1978/79, wurde dann von der nun bestehenden Großgemeinde Rodgau bezuschusst.

1989 feierte die Vereinsfamilie das 100-jährige Jubiläum mit einem historischen Umzug und traditionsgemäß in einem Festzelt. Den entscheidenden Schritt zur Modernisierung der TSV-Halle beschloss die Mitgliederversammlung 1994. Danach verging kaum ein Jahr, in dem keine Umbau- und Neuarbeiten umgesetzt worden wären. Ebenfalls 1994 wurde die Abteilung Einrad gegründet. Die Mitglieder belegten in kürzester Zeit bei Meisterschaften hervorragende Platzierungen in regionalen und überregionalen Wettkämpfen. Diese Abteilung zählt zu den Aushängeschildern des Vereins. Unvergessen sind etwa die Aufführungen vom „Tanz der Vampire“. Ein Meilenstein war auch der Bau des Kunstrasenfußballplatzes 2011, der seither das ganze Jahr über Trainingsmöglichkeiten bietet.

Quelle: op-online.de

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