Mütter besorgt um Sicherheit

Kinder warten vor dem Schultor

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Kurz vor 8 Uhr vor dem Schultor: Zu dieser Verkehrssituation gibt es unterschiedliche Meinungen.

Hainhausen - Wie sicher sind Schulkinder vor dem Schultor? Diese Frage bewegt derzeit etliche Eltern an der Münchhausenschule. Seit Februar wird das Tor nicht mehr um 7 Uhr früh geöffnet, sondern erst um 8 Uhr.

Nur die Kinder der Frühbetreuung dürfen durch einen Seiteneingang aufs Schulgelände. Von gefährlichen Situationen berichtet die Mutter eines Kindes aus der vierten Klasse, die namentlich nicht genannt werden will. „Ich habe Angst, dass ein Kind angefahren wird“, sagt eine andere Mutter. Sie habe schon mehrere Kinder von der Straße auf den Gehweg geholt. Beide Mütter kritisieren, sie seien unzureichend informiert worden.

Der Ordnungspolizei sei die Situation bekannt, sagt Laura Klein von der Pressestelle der Stadt Rodgau: „Dem Ordnungsamt ist es aufgefallen, dass Schüler vermehrt vor dem verschlossenen Tor stehen.“ Es gebe aber dadurch „keine gravierenden Sicherheitsprobleme“.

Die neue Schließzeit trat Anfang Februar gleichzeitig mit der neuen Rhythmisierung des Schultags in Kraft. Im Hinblick darauf habe es Ende vergangenen Jahres für jeden Jahrgang einen Elternabend gegeben, berichtet Rektorin Ann-Kathrin Breitmeier: „Da wurde mehrfach angesprochen, dass das Tor erst um 8 Uhr geöffnet wird. Niemand von den Eltern hat dazu etwas gefragt oder seinen Unmut kundgetan.“

„Eine Viertelstunde vor Unterrichtsbeginn besteht von unserer Seite eine Aufsichtspflicht. Die erfüllen wir auch“, betont die Rektorin. Mehr sei wegen der Arbeitszeiten der Lehrkräfte nicht möglich. Nach wie vor könnten Eltern ihre Kinder zur Frühbetreuung anmelden.

„Es gab Eltern, die ihre Kinder um 7 Uhr schickten, obwohl sie erst um 8 Uhr Unterricht hatten“, berichtet Konrektorin Friedrun Trautmann. Früher seien nur einzelne Kinder so früh gekommen, zuletzt aber bis zu 50. Einige Eltern hätten daraus einen Anspruch hergeleitet und eine Aufsicht eingefordert. Auch deshalb habe sich die Schule schweren Herzens entschieden: „Wenn das ausgenutzt wird, müssen wir halt abschließen.“ Die Konrektorin weiter: „Wenn die Kinder sich vom Gesetzgeber her in ihrer Freizeit auf dem Schulgelände aufhalten dürften, wäre das kein Problem.“

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„Der Schulhof kann nicht geöffnet werden, wenn keine Aufsicht gewährleistet ist. Von daher hat die Schule korrekt gehandelt“, sagt Philipp Bender, der stellvertretende Pressesprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden. Er verweist auf die Aufsichtsverordnung, die zuletzt 2015 geändert wurde. Demnach muss jede Schule vor und nach dem Unterricht die Aufsicht über die Schüler „für eine ausreichende Zeit“ sicher stellen. Ausreichend seien in der Regel 15 Minuten vor der ersten Stunde und nach Schulschluss. Bender betont: „Ein Schulhof ist kein öffentliches Gelände. Das Betreten des Schulgeländes ist nicht per se erlaubt.“

Die besorgten Mütter sehen es anders. Die Kinder seien auf dem Schulhof besser aufgehoben als draußen am Straßenrand, argumentieren sie. Auch Auto fahrende Eltern übten wenig Rücksicht: „Manche fahren mit dem Auto bis vor die Schule.“ Die sogenannten Elterntaxis sind auch der Schulelternbeiratsvorsitzenden Judith Winheim ein Dorn im Auge. Trotz aller Appelle an die Vernunft komme es immer wieder vor, dass Eltern auf diese Weise andere Schulkinder in Gefahr brächten. (eh)

Quelle: op-online.de

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