Ein Gespräch über unausrottbare Klischees

Was ist schon typisch Frau?

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Setzt sich für Frauenrechte ein: Sybille Stallmann-Beseler.

Rodgau – Frauen können nicht einparken, haben Angst vor Spinnen und haben nie etwas zum Anziehen: Über Frauen gibt es unausrottbare Klischees. Von Bernhard Pelka

Zum heutigen Weltfrauentag haben wir uns mit Sybille Stallmann-Beseler, Mitgründerin des inzwischen 35 Jahre bestehenden Vereins „Frauen treffen Frauen“, darüber unterhalten, was angeblich typisch Frau ist.

Frauen gehen immer zu zweit aufs Klo

„Ich erinnere mich, dass das im Teenageralter durchaus so war. Das hatte aber weniger mit dem speziellen Bedürfnis zu tun. Vielmehr hat man sich auf der Toilette zusammen eine Auszeit genommen, um sich auszutauschen. Die Toilette war ein Kommunikationsort, an dem man sich mal rausnehmen konnte aus dem aktuellen Geschehen.“

Frauen sind romantischer als Männer

„Wenn ich mir vor Augen führe, wie viele Männer wunderbare, romantische Gedichte schreiben oder wie viele Männer im Kino bei einer schönen Liebesszene nach Herzenslust schluchzen, dann ist das nicht der Fall.“

Frauen zeigen gern ihre Gefühle

„Wir haben tatsächlich einen leichteren Zugang zu unseren Gefühlen und dürfen sie ja auch eher zeigen. Das hat etwas mit der allgemeinen Erwartungshaltung an die Geschlechterrollen zu tun. Wir können’s halt.“

Frauen haben viel mehr Freundinnen als Männer Freunde

„Stimmt. Klar gibt es echte Männerfreundschaften. Und das ein Leben lang. Wir sind aber generell kommunikativer.“

Frauen haben Angst vor Spinnen

„Also ich nicht. Ich mag sie zwar nicht, aber ich schaffe es schon selbst, wenn ich eine beseitigen muss.“

Frauen wünschen sich eher Töchter als Söhne

„Nein. Quatsch. Hauptsache gesund.“

Frauen sind nicht so wehleidig wie Männer

„Ich glaube, Männer blenden Krankheiten gern aus. Wenn sie dann mal wirklich etwas haben und sie nicht mehr wegdrücken können, dass mit ihrem Körper etwas nicht stimmt, dann wird es wirklich schlimm. Männer erleben das dann gravierender als Frauen, würde ich mal vermuten.“

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Frauen haben nie etwas zum Anziehen

„Hmmm. Das ist ein ganz schwieriges Thema (lacht). Anziehen und Kleidung haben für mich viel damit zu tun, wie es mir gerade geht und was ich heute als Hülle brauche. Das ist weniger eine Frage, wie andere auf mich wegen meiner Kleidung reagieren, sondern eher in was ich mich gerade jetzt wohl fühle. Klar will ich zu bestimmten Anlässen trotzdem passend angezogen sein. Fakt ist auch: Wenn wir verreisen, guckt mein Mann immer ganz provokant auf meinen großen Koffer.“

Frauen kaufen Autos nach der Farbe

„Es kann sein, dass Frauen mutiger sind bei der Farbwahl. Aber dass sie die Farbe als alleiniges Kaufkriterium heranziehen, ist ausgemachter Blödsinn.“

Und zum Schluss der unvermeidliche Klassiker (bitte nicht böse sein):

Frauen können nicht einparken

„Ich kenne Frauen, die können es prima, andere können es nicht. Frauen müssen immer nach großen Parklücken schauen. Sie haben ja Kinderwagen, den Einkauf und noch viel mehr Kram für die Familie dabei.“

Quelle: op-online.de

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