Wenn sich Bello die Pfote verstaucht

Johanniter bietet Frauchen und Herrchen Erste-Hilfe-Kurse an  

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Gar nicht so leicht war es für die Teilnehmer des Kurses, die Hunde in Seitenlage zu bringen und zu halten.

Was tun, wenn der Familienhund sich beim Gassigehen die Pfote verletzt und weit und breit kein Tierarzt greifbar ist? Antworten auf diese Frage gab ein Erste-Hilfe-Kurs für Frauchen und Herrchen.

Nieder-Roden – Zu Gast hatte die Johanniter Unfallhilfe dafür vier Hundeführer ihrer Rettungshundestaffel samt vierbeiniger Begleiter und Tierärztin Dr. Sabine Schindele. Im Zentrum des lehrreichen Nachmittags standen freilich die Hunde Luna, Kiron, Arto und Mexx. Sie ließen diverse Bandagierversuche und mehr brav über sich ergehen.

Nach 60 Minuten Theorie ging’s ans Praktische. Geübt wurde zum Beispiel das Anlegen einer Maulschlinge. Die empfiehlt sich, da sie sowohl den Helfer als auch das verletzte Tier schützt. Schnell wurde bei den Übungen deutlich, worauf zu achten ist: Bewusstsein, Atmung und Kreislauf im Auge behalten. Die Experten erläuterten, wie und wo man den Puls bei einem Hund fühlen und wie man das Tier beatmen kann. Die Teilnehmer übten die stabile Seitenlage. Es stellte sich heraus, dass es gar nicht so einfach ist, einen lebhaften Hund hinzulegen. Thema war auch, wie Frauchen und Herrchen ihren bewusstlosen Begleiter transportieren können.

Daniela Kubitzki, tiermedizinische Fachangestellte und Mitglied der Rettungshundestaffel, wies darauf hin, dass es auch eine Smartphone-App (Vet finder) gebe, mit der man im Fall der Fälle einen Tierarzt finden könne.

Im letzten Teil des Kurses ging es hauptsächlich um Wundversorgung. Die Gäste übten fleißig, Pfoten mit Verbänden zu schützen und einen Druckverband am Ohr anzulegen. Die vier Hunde füllten ihre Rolle als Patienten prima aus und machten ihre Sache großartig.

Anne Christen, Mitglied der Rettungshundestaffel der Johanniter, erinnerte an Grundsätzliches, was Hundebesitzer unbedingt befolgen sollten: „Das Wichtigste ist eine gute Erziehung des Hundes, denn durch eine gute Erziehung lassen sich viele gefährliche Situationen von vorn herein vermeiden. Gut wäre es auch, wenn mit dem Hund verschiedene Situationen geübt werden können, wie beispielsweise die Seitenlage oder Maulschlinge.“

Tierärztin Dr. Sabine Schindele betonte während des Kurses immer wieder, dass es toll sei, Erste-Hilfe-Maßnahmen zu ergreifen. Diese könnten den Besuch beim Tierarzt aber nicht ersetzen. „Ein großer Vorteil ist es, wenn der Hundehalter seinen Hund und dessen Gewohnheiten gut kennt. Dann fallen Unregelmäßigkeiten auch auf. Beispielsweise wenn der Hund auf einmal viel mehr trinkt oder sich der Puls verändert. Es gibt auch Tierärzte, die ein Tischtraining anbieten. Dann fällt es dem Hund in der Arztpraxis später leichter, sich behandeln zu lassen – und natürlich ist es auch für den Tierarzt komfortabler.“

Am Ende des Kurses wurden Notfalltaschen für die Erste Hilfe am Hund vorgestellt und erläutert, was unbedingt rein sollte. Es stellte sich heraus, dass sich der Inhalt kaum von dem Erste-Hilfe-Koffer für Menschen unterscheidet. Zusätzlich könnte die Ausrüstung beispielsweise um Kohletabletten oder eine Kortisonspritze für Insektenstiche ergänzt werden.

Natürlich blieb während der Veranstaltung ausreichend Zeit für Fragen. Das Gespräch zeigte, dass ein solcher Kurs Hemmungen abbauen kann. Teilnehmerin Cornelia Buxmann, die extra aus Viernheim angereist war, sagte: „Ich bin immer eher zaghaft gewesen und wollte unserem Hund nicht wehtun. Aber jetzt weiß, ich wie es geht und dass es dem Hund nicht wehtut, sondern ihm die Maßnahmen der Ersten Hilfe auch gut tun.“ Nancy Delmotte, selbst Hundetrainerin, möchte mit gutem Beispiel vorangehen: „Wenn ich ein Training habe und es passiert etwas, ist es gut zu wissen, was im Notfall zu tun ist.“ Der nächste Kurs ist am 3. November von 8.30 bis 14.30 Uhr.

bp

Infos: juh-offenbach.de

Quelle: op-online.de

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