Mehr als Hokkaido

Kürbisvielfalt im Hofladen und auf dem Teller

Kürbislaternen leuchten vor allem in den Tagen vor Halloween (31. Oktober).
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Kürbislaternen leuchten vor allem in den Tagen vor Halloween (31. Oktober).

Sie sind so prall wie die Sonne und so orange wie der Herbst: Wer regional, saisonal und klimaschonend kochen will, kommt an Kürbissen nicht vorbei. Rund 70 Sorten gibt es allein im Hofladen von Stefanie Kühnle in Dudenhofen – alle selbst angebaut.

Rodgau – Diese Vielfalt erfreut nicht nur das Auge, sondern hätte es auch verdient, auf dem Teller zu landen. „Die meisten Leute kennen zum Essen nur den Hokkaido und den Butternut, vielleicht noch den Spaghettikürbis“, sagt Stefanie Kühnle. Dabei gebe es noch viele weitere schmackhafte Sorten.

Eine Lieblingssorte hat die Landwirtin nicht. Gern verwendet sie zum Beispiel den „Long Denice“, eine Kreuzung aus Butternut und Muskat, der nur wenige Kerne hat. „Einfach in Scheiben schneiden und aufs Backblech legen“, rät sie. Das ist auch ihre bevorzugte Zubereitungsart, weil’s schnell geht und schmeckt.

„Toll sind auch gefüllte Kürbisse“, schwärmt Stefanie Kühnle. Sie kennt Rezepte mit Hackfleisch, mit Feta-Käse, mit Couscous und, und, und. Auch Kuchen aus Kürbis sei kaum bekannt, obwohl es sehr schöne Kuchenrezepte gebe.

Rodgau: Es ist wieder Kürbiszeit

Welche Sorte hat denn den typischen Kürbisgeschmack? Wer als Kunde im Hofladen diese Frage stellt, erhält eine verblüffende Antwort: „Es gibt keinen typischen Geschmack.“ Bei vielen Sorten könne man das Aroma als „nussig“ bezeichnen. Es gebe aber auch eine Sorte, die nach Maronen schmeckt. Der „Tonda Padana“ ist allerdings recht groß und wird deswegen nicht so oft verlangt.

„Die meisten Kunden kaufen lieber kleinere Kürbisse, die sie in einer oder zwei Mahlzeiten verarbeiten können“, erzählt Stefanie Kühnle. Man könne sich aber durchaus auch mal an ein größeres Exemplar wagen. Die angeschnittene Frucht halte sich im Kühlschrank zwei, drei Tage. Zubereitet könne man Kürbis sogar einfrieren: „Erst Püree kochen und dann einfrieren.“ Das aufgetaute Püree, gut abgetropft, eigne sich zum Beispiel als Kuchenzutat.

Beim Klassiker, der Kürbissuppe, plädiert die Fachfrau ebenfalls für Vielfalt. Je nachdem, ob man sie mit Sahne oder mit Kokosmilch verfeinert, kann man unterschiedliche Geschmacksrichtungen zaubern – und natürlich mit der Auswahl der Gewürze.

Ältere Menschen erinnern sich von früher nur an eine Kürbissorte: den Riesenkürbis, auch „Gelber Zentner“ genannt. „Mein Vater hat gesagt, Viehfutter ess’ ich nicht“, erzählt Stefanie Kühnle. Eine Kürbisküche habe sich hierzulande erst im Gefolge der Halloweenbräuche herausgebildet.

„Futterkürbisse im engen Sinn gibt es nicht. Sie können auch einen Halloweenkürbis essen“, sagt Stefanie Kühnle. Damit widerspricht sie einem verbreiteten Vorurteil. Lediglich Zierkürbisse seien nicht essbar und sogar für den Menschen giftig.

Bis in den Winter hinein kann man die Früchte lagern, wenn Schale und Stielansatz unbeschädigt sind. „So lange wie ein Kürbis zum Reifen braucht, kann man ihn auch aufheben, also etwa 100 Tage“, weiß die Fachfrau. „So um die zehn Grad findet der Kürbis klasse. Was er gar nicht mag, ist Frost, dann wird er matschig.“

Quelle: op-online.de

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