Was ist eine Nachricht wert?

Rallye durch die Bücherei schult Jugendliche auch in Medienkompetenz

+
Viele Aufgaben gibt es bei der Büchereirallye am Tablet zu lösen.

Die Stadtbücherei startet ein Projekt zur Vermittlung von Medien- und Lesekompetenz, um Fake News auszubremsen. Mit Landesgeld wurden fünf Tablets angeschafft. Damit machen Schüler eine Rallye durch die Bücherei in Nieder-Roden.

Rodgau – Das soll unter anderem vermitteln, dass es sich lohnt, die Seriosität einer Nachricht zu prüfen und Texte zu ein und demselben Thema zu vergleichen. Auftakt war ein Aktionstag mit Schülern.

Was für ein Gewusel und Rätseln: Fünf sechste Klassen der Heinrich-Böll-Schule (HBS) besuchen die Stadtbücherei zum Aktionstag. Die Jugendlichen lernen die Bücherei spielerisch kennen mit einer neuen, modernen und multimedialen Form einer Bibliotheksrallye, genannt „Actionbound.“

Pro Klasse spielen rund 20 Schüler in je fünf Gruppen gegeneinander und müssen dabei Aufgaben lösen. Auf Tablets ist die Actionbound-App installiert. Die gibt bestimmte Aufgaben vor. Zum Beispiel müssen die Kids bestimmte Orte in der Bücherei finden und ein Foto von dort machen. Auch zu Schätz- und Wissensfragen sollen sie sich äußern. Und Rechercheaufgaben sind zu lösen: Was ist ein Manuskript? Selbst Urheberfragen werden angesprochen: Darf ich einfach aus Wikipedia für mein Referat abschreiben?

Die neue Bücherzelle.

Am Ende der Rallye werden die Ergebnisse besprochen. Ziel der Aktion des Büchereiteams und der Schulsozialarbeit der HBS ist das spielerische Kennenlernen der Bibliothek und die Vermittlung von Lesekompetenz. Alle bekommen am Ende kostenlose Büchereiausweise. Der Aktionstag ist Pilottest für ein neues bibliothekspädagogisches Angebot. „Wir haben die Tablets angeschafft und das neue Format über mehrere Monate im Team entwickelt“, erläutert Büchereileiterin Nina Streib. „Grundsätzlich lässt sich das Angebot an alle Altersgruppen ab der 4. Klasse anpassen. Wir planen einen Ausbau unserer Klassenführungen im kommenden Jahr. Das neue Angebot soll uns dabei helfen. Gerade in Zeiten von Fake News werden Informations- und Medienkompetenz immer wichtiger.“

Es gehe darum, die Bücherei als Erlebniswelt zu erkunden und dabei auch zu lernen, wie man Quellen von Nachrichten bewertet. Auf die Tablets kann etwa auch die Tageszeitung heruntergeladen werden.
Und noch eine Neuigkeit gibt es im Umfeld der städtischen Bücherei: Vor der Tür können sich Leser ab sofort wieder mit Büchern aus einer knallroten, öffentlichen Büchertelefonzelle versorgen. Das gute Stück stammt aus der Produktion der Carron Company, einer 1759 gegründeten Eisenhütte am Ufer des Flusses Carron in Stirlingshire, Schottland. 

Das Unternehmen war der Internetenzyklopädie Wikipedia zufolge im 19. Jahrhundert eines der größten Eisenwerke Europas. Gestiftet hat die zum Bücherschrank umgebaute Telefonzelle die Familie des Ärztlichen Direktors der Asklepiosklinik Seligenstadt, Dr. Nikos Stergiou. Jahrelang stand sie bei ihm im Garten. Renoviert wurde sie nun vom Rodgauer Jugendprojekt Rodgau 16plus. Aufgestellt haben das schwere Teil Mitarbeiter der Stadtwerke. Alle Bücherschränke auf Stadtgebiet werden unterdessen sehr gut angenommen, ob am Strandbad, auf dem Rathausvorplatz, an der Freiherr-vom-Stein-Straße oder als private Initiative in der Volksbank in Weiskirchen. bp

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare