Sportfreunde starten Hallenbau

Stoßseufzer beim Spatenstich

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Spatenstich mal anders: Auf der Sportfreunde-Baustelle neben der Feuerwache Mitte attackierten prominente Gäste mit Spaten Putz und Außendämmung einer noch abzureißenden Gewerbehalle. 

Nicht in die Erde, sondern in die Wand. Seltenheitswert hatte der erste Spatenstich, der am Samstag südlich der Feuerwache Mitte den Hallenbau der Sportfreunde Rodgau einleitete.

Jügesheim –  Mit Vereinschef Rudi Ott erprobten prominente Gäste ihre Werkzeuge an einer alten Werkstatthalle, die vor dem Baubeginn erst noch abgerissen werden muss.

Passend begleitet von Guggemusik eröffnete die ungewöhnliche Aktion das Schlusskapitel einer turbulenten Geschichte, die den erst 2016 aus dem Freundeskreis für Turnen und Fastnacht und der Germania Jügesheim hervorgegangenen Verein fast von Anbeginn beschäftigt. „Was lange währt, wird endlich gut“ und ähnliche Stoßseufzer waren während der kurzen Zeremonie auf dem früheren Gewerbegrundstück Weiskircher Straße 140 wiederholt zu hören. Bürgermeister Jürgen Hoffmann erinnerte in seinem Grußwort an den steinigen Weg, den Verein und Stadt zurückzulegen hatten, und dankte den Stadtverordneten mit Nachdruck für ihre Unterstützung.

Rief der Rathauschef auch dazu auf, nun gemeinsam nach vorne zu schauen und das Großvorhaben mit vereinten Kräften zu Ende zu bringen, so erinnerte sich doch mancher an die vielen überwundenen Hindernisse. So galt es zunächst, für den jungen Verein, der nicht auf eigenen Grundbesitz zurückgreifen konnte, eine Erbpachtregelung zu finden. Nicht einfach und vor allem innerhalb der Vereinsfamilie nicht leicht zu vermitteln, da schon die Radsporthalle an der Elbinger Straße, früher Germania-Domizil, ein Erbpacht-Bau auf städtischem Boden ist. Zwar gelang es, den fälligen Pachtzins für die neue Liegenschaft von jährlich 3 400 auf knapp 2 350 Euro zu drücken, dafür drohten mögliche Altlasten im Boden lange Zeit als Kostenfalle. Ende 2018 platzte der geplante Spatenstich – fatal, denn der Baubeginn vor Jahresende war Bedingung für den 200 000-Euro-Zuschuss der Stadt. Um den zu retten, musste die Agentur für Kultur, Sport und Ehrenamt laut Kulturstadtrat Winno Sahm ihren „Ermessensspielraum“ strapazieren.

Komplett in trockenen Tüchern ist der Hallenbau erst, seit im April die Energieversorgung Offenbach (EVO) als Hauptsponsor einstieg und, so ihr Vorstandsvorsitzender Christoph Meier, „die eine oder andere Lücke schließen“ konnte. So soll die Sportstätte denn auch „EVO Sportfabrik“ heißen und ein Musterbeispiel für ein nachhaltiges, klimafreundliches Energieversorgungskonzept liefern.

Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger griff später ebenso zum Spaten wie Landtagesvizepräsident Frank Lortz, der weitere Unterstützung zusagte, Sportkreisvorsitzender Peter Dinkel, Vertreter des Planungsbüros und der beteiligten Kreditinstitute. Kreis und Land hatten ebenso wie die Stadt namhafte Beiträge zur Finanzierung des mit zwei Millionen Euro kalkulierten Bauvorhabens geleistet. Die Zusammenarbeit der Sparkasse Langen-Seligenstadt und der Volksbank Frankfurt bei der Finanzierung hat aus Sicht von Bürgermeister Hoffmann Vorbildcharakter.

Wegweisend sein soll nach dem Willen des Vereins, der laut Rudi Ott mittlerweile 800 Mitglieder zählt und weiter wächst, nicht zuletzt das architektonische Konzept von Planer Stephan Mathes. Demnach wird das durchaus imposante Bauwerk in Holzbauweise errichtet und mit einer Dämmung aus Holzfasern zwischen Innen- und Außenwand auch besonders energieeffizient sein. Lediglich die Bodenplatte wird aus Beton gegossen. Bevor der Bau beginnen kann, muss das Gelände noch von Altbauten geräumt werden. So galt die Attacke der vereinigten Spatenstecher Außenputz und Außendämmung der verlassenen Gewerbehalle. Zeitliche Grenzen für die Bauarbeiten setzt der im April abgeschlossene Erbpachtvertrag – der Neubau muss in 36 Monaten stehen. (zrk)

Quelle: op-online.de

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