Sturmschäden

Unwetter: Wald in Rodgau komplett gesperrt - Bürger ignorieren Absperrung 

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Erste Absperrungen mit Flatterband sind abgerissen oder werden einfach umgangen.

Das Unwetter, das am Sonntag über Rodgau tobte, hat auch im Wald erhebliche Schäden verursacht.

Rodgau – Weil sich die Aufräumarbeiten ob der Masse an umgestürzten und abgebrochenen Bäume noch eine Weile hinziehen werden, ist die gesamte Rodgauer Waldfläche ab sofort bis auf Weiteres für jegliche Nutzung gesperrt. Überall hängen noch große Äste in den Bäumen, die herunterfallen können, und gesplitterte und geborstene Stämme drohen bei der nächsten Windböe zu kippen, weil das Erdreich bereits erheblich gelockert ist.

Auch wenn Sperrungen nicht überall möglich sind, weil nicht jeder noch so kleine Seitenweg mit rot-weißem Flatterband oder Kunststoffgattern markiert werden könne, wie Stadtsprecherin Sabine Hooke gestern erläuterte, haben Bürger derzeit im Forst nichts zu suchen. Neugierige Spaziergänger oder Katastrophentouristen müssen auf Fotos der Zerstörungen verzichten. Es kann noch lange dauern, bis alle Aufräumarbeiten erledigt und die Waldwege wieder sicher sind.

Alle Kräfte aktuell im Stadtgebiet beschäftigt

Im Moment sind alle Kräfte nämlich zunächst innerhalb des Stadtgebietes mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Danach folgen die Wege in den Feldgemarkungen und erst dann sind die Wege im Wald an der Reihe. Bis dahin wird das Verbot, den Wald zu betreten, dauern.

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Besonders ärgerlich findet es Verwaltungschef Jürgen Hoffmann, dass manche Bürger die Sperrungen ignorieren, obwohl sie ihrer eigenen Sicherheit dienen. „Wir stellen ja keine Schilder auf, weil wir zu viele davon haben“, appellierte der Bürgermeister an die Vernunft: „Wenn das jemand ignoriert und sich selbst in Gefahr begibt, ist das zwar seine Sache, aber wenn dadurch Retter gefährdet werden, die zu Hilfe kommen müssen, hört der Spaß auf“, schimpfte er. „Uns liegt der Schutz der Bevölkerung am Herzen, aber auch der der Rettungskräfte.“

Noch können Äste herunterfallen und Bäume umkippen: Die Gefahr auf dem Waldfriedhof Jügesheim ist groß.

Erweiterte Öffnungszeiten der Kompostierungsanlage

Um den Bürgern zwischenzeitlich das Aufräumen zu erleichtern, hat die Kompostierungsanlage ihre Öffnungszeiten erweitert und diese Woche täglich in der Zeit zwischen 8 und 16 Uhr geöffnet, damit Rodgauerinnen und Rodgauer ihren Grünschnitt und abgebrochene Äste und Zweige anliefern können.

Auch das Strandbad blieb zwei Tage lang geschlossen, weil auch dort Baumfäll- und Aufräumarbeiten wegen des Unwetters anstanden. Sowohl der Waldfriedhof Jügesheim sowie der Friedhof in Hainhausen sind wegen Sturmschäden bis auf Weiteres geschlossen. Die Aufräumarbeiten werden voraussichtlich einige Tage andauern. Gesperrt sind darüber hinaus auch alle städtischen Grünanlagen und Spielplätze.

Vorsicht geboten: noch nicht alle Schäden festgestellt

Umsicht erfordere es derzeit auch, sich auf der Straße beziehungsweise auf Privatgrundstücken zu bewegen, betonte Erster Stadtrat Michael Schüßler. Längst seien nicht alle Schäden festgestellt. Wo Dachziegel liegen, sollten Passanten vorsichtig sein und lieber mal die Straßenseite wechseln, sagte er. Positiv sei die große Hilfsbereitschaft und Solidarität unter Nachbarn, die solche Ereignisse oft zur Folge hätten, lobte Stadtsprecherin Sabine Hooke.

Die hiesige Feuerwehr bedankt sich bei der Rodgauer Bevölkerung für viele Hilfsangebote, Geduld, Unterstützung, „Nicht-Behinderung und Nicht-Beschimpfung“, aber auch Essens und Getränke sowie Süßigkeiten aus dem Bollerwagen.  

siw

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Quelle: op-online.de

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