Wird auch das Nachbargrundstück gekauft?

Umzug der Stadtwerke wird viel teurer

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Noch lange nicht fertig: Die neue Stadtwerke-Zentrale an der Philipp-Reis-Straße.

Der geplante Umzug der Stadtwerke in die Philipp-Reis-Straße 7 verzögert sich weiter. Die Eröffnung ist nun erst im nächsten Jahr vorgesehen. Bis dahin wird das Projekt größer und teurer.

Jügesheim – Jetzt will der Eigenbetrieb auch noch ein fast 2 000 Quadratmeter großes Nachbargrundstück kaufen, das sich zum Bau einer Lagerhalle eignet. Der Kaufpreis liegt rund 25 Prozent über dem Bodenrichtwert. Der Magistrat hält die Summe von 428 000 Euro (inklusive Nebenkosten) trotzdem für angemessen.

Seit Jahren will der städtische Eigenbetrieb seine drei Büro-Standorte in einem Gebäude zusammenfassen. Markus Ebel-Waldmann, einer der beiden Betriebsleiter, rechnet mit einem Umzug im ersten Quartal 2020. Das wäre drei Jahre später als ursprünglich geplant.

Rodgau: Stadtwerke Umzug wird teurer

Das Bürohaus des ehemaligen „Consult-Centers“ von Otto Melzer aus Weiskirchen ist 25 Jahre alt. Es gehört den Stadtwerken seit Januar 2016. Bei einem offenen Baustellentag hieß es, im März 2017 sei Eröffnung. Doch Planänderungen und geänderte Vorschriften verzögerten alles.

Vor einem Jahr rechnete der Eigenbetrieb dann damit, dass der Umbau im Herbst 2019 beendet sei. Das Kundencenter sollte noch 2019 seinen Betrieb in den neuen Räumen aufnehmen. So steht es auch an einem Transparent am Bauzaun: „Neuer Standort hier ab Ende 2019.“

Auch aus diesem Termin wird nichts. Bei den zuletzt laufenden Estricharbeiten habe es eine Verzögerung gegeben, sagt Ebel-Waldmann. Er begründet das mit der Auslastung der Baufirmen: Handwerker seien zurzeit schwer zu finden. Der Umbau habe einen hohen Aufwand erfordert: „Das Haus wird vollständig barrierefrei, energetisch optimiert, alle Brandschutzerfordernisse werden erfüllt.“

Rund fünf Millionen werden investiert

Für 2,44 Millionen Euro hatten die Stadtwerke das vierstöckige Gebäude gekauft. Die Umbaukosten waren zunächst mit 1,7 Millionen Euro kalkuliert. Im Herbst 2018 waren daraus bereits 2,8 Millionen geworden. Die aktuelle Summe ist unbekannt. Für Markus Ebel-Waldmann liegt der Umbau dennoch „im Zeit- und im Finanzplan“. In der Stadtverordnetenversammlung vom Oktober 2018 hatte FDP-Fraktionschef Heino Reckließ den Kauf der gebrauchten Immobilie erstmals als Fehler der Mehrheitskooperation bezeichnet: „Hätten wir neu gebaut, wären wir schon fertig.“ Eine solche Fehlentscheidung werde „nicht wieder vorkommen“.

25 Prozent teurer als der Bodenrichtwert: Dieses Grundstück will der städtische Eigenbetrieb zum Bau einer Lagerhalle kaufen. Der Magistrat sagt, der hohe Preis sei „angemessen“.

Nun soll die Stadtwerke-Zentrale noch eine Nummer größer werden. Die Stadtwerke wollen ein ungenutztes Nachbargrundstück kaufen (Justus-von-Liebig-Straße 8). Es liegt neben der Moschee, ist 1994 Quadratmeter groß und bietet Platz für ein mehrstöckiges Gebäude mit einer Grundfläche von 1 400 Quadratmetern. „Es bietet sich an, hier eine Lagerhalle passend zum Bedarf der Stadtwerke zu errichten“, heißt es in einer Beschlussvorlage für die Stadtverordnetenversammlung am 28. Oktober. Vorteil: Eine Durchfahrt über beide Grundstücke hinweg erlaube eine Anlieferung ohne zu rangieren. Ganz billig wird die Sache allerdings nicht. Das Ehepaar aus Heusenstamm, dem das Grundstück gehört, wollte zunächst 210 Euro pro Quadratmeter, ließ sich dann aber auf 199,90 Euro herunterhandeln. Der Betrag sieht aus wie ein Schnäppchenpreis, liegt aber rund 25 Prozent über dem Bodenrichtwert von 160 Euro je Quadratmeter. Der Magistrat hält den Preis dennoch für angemessen: Der Bodenrichtwert sei anhand der Immobiliengeschäfte der Jahre 2016 und 2017 ermittelt worden und seither seien die Preise gestiegen.

In Rodgau gibt es kaum noch freie Gewerbeflächen, trotzdem hat es der Einzelhandel schwer.

Quelle: op-online.de

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