Bagger rollen

Wird das neue Gewerbegebiet in Weiskirchen ein Flop?

+
Die Bagger rollen im künftigen Gewerbegebiet W 18 zwischen Selgros und Autobahnmeisterei. Noch sind alle Grundstücke zu haben.

Wird das neue Gewerbegebiet in Weiskirchen ein Flop? Die Bagger rollen, doch es gibt Probleme.

Weiskirchen – Erdhügel, Gräben und dicke Rohre zwischen Selgros und Autobahnmeisterei: Die Erschließung des Gewerbegebiets „Lichte Haide“ (W18) westlich von Weiskirchen hat begonnen. Bisher ist noch kein einziger Bauplatz verkauft.

Seit eineinhalb Jahren sucht die Hessische Landgesellschaft (HLG) Käufer für die sechs Hektar Gewerbeland zwischen Udenhoutstraße und Autobahn. Sieben Teilflächen von 4 574 bis 12 413 Quadratmetern bietet die staatliche Treuhandstelle im Auftrag der Stadt Rodgau an. Auch kleinere Grundstücke ab 1 000 Quadratmeter sind möglich. „Die Gewerbeflächen stehen ab 2020 für eine Bebauung zur Verfügung“, schreibt die HLG auf ihrer Internetseite.

Gewerbegebiet in Weiskirchen: "Verkauft ist noch nichts"

„Verkauft ist noch nichts“, bestätigt Bürgermeister Jürgen Hoffmann auf Anfrage unserer Zeitung. Es bestehe kein Grund zur Eile. Die Einteilung der Bauplätze habe noch Zeit bis zum Endausbau der Straßen: „Solange noch keine Schwarzdecke drauf ist, ist das kein Problem. Es geht ja nur noch um die Hausanschlüsse.“

Letztes Jahr hörte sich das ganz anders an. „Bis zum Start der Erschließung Anfang 2019 ist eine bedarfsgerechte Parzellengröße ab 1 000 Quadratmeter möglich“, hieß es in einem Faltblatt der HLG und der städtischen Wirtschaftsförderung.

Gewerbegebiet in Weiskirchen: "Gewisse Nachfrage" da 

Damals hofften die Beteiligten auf einen baldigen Abschluss der ersten Kaufverträge für 170 Euro pro Quadratmeter. Es gebe schon „eine gewisse Nachfrage“, sagte HLG-Projektleiter Robert Schütz vier Wochen nach dem Start der Vermarktung im Januar 2018. Er hoffe, die ersten Grundstücke im Frühsommer zu verkaufen. Im Herbst legte Bürgermeister Hoffmann nach: „Wir wollen damit bis zum Beginn des nächsten Jahres durch sein.“ Auch daraus wurde nichts.

„Wir gehen da wirklich mit Gelassenheit dran, weil wir uns mit allen Interessen auseinandersetzen“, sagt Jürgen Hoffmann. Die Stadt wolle Unternehmen finden, „die hineinpassen“, also im Idealfall viele Arbeitsplätze mitbringen und wenig Verkehr verursachen.

Gewerbegebiet in Weiskirchen: Begrünung der Dächer und Außenanlagen

Dieses Gewerbegebiet sei durchaus „ein Stück weit anspruchsvoll“, räumt der Bürgermeister ein. Der Bebauungsplan verpflichte die Unternehmen zur Begrünung der Dächer und Außenanlagen. Die HLG verkauft diese Vorgaben auf ihrer Homepage als Vorteil: „Neben der verkehrsgünstigen Lage besticht das Gebiet durch die Integration von begrünenden und klimagerechten Maßnahmen, welche die Standortattraktivität noch erhöhen.“

Westlich von Weiskirchen entsteht das Gewerbegebiet „Lichte Haide“, im Bild blau umrandet. Die geplanten Erschließungsstraßen sind orangefarben eingezeichnet.

Auf der „Lichten Haide“ ist fast jedes Gewerbe zulässig. Nur großflächiger Einzelhandel, Speditionen und Lagerplätze sind ausgeschlossen – also jene Betriebsformen, die viel Verkehr verursachen oder viel Fläche verbrauchen. Die Grundstücke unmittelbar an der Autobahn A 3 sind als Industriegebiet ausgewiesen. Die Autobahnauffahrt Obertshausen ist nur vier Kilometer entfernt, die S-Bahn-Station etwas mehr als 600 Meter.

Weder Stadt noch HLG rechnen damit, dass das komplette Gewerbegebiet in einem Rutsch bebaut wird. Die Vermarktung ist auf bis zu zehn Jahre angelegt. Bürgermeister Jürgen Hoffmann ist zuversichtlich: „Das kriegen wir hin.“ Die Hessische Landgesellschaft ist nach zehn Jahren ohnehin raus aus dem Spiel: Alle Bauplätze, die dann noch nicht verkauft sind, muss die Stadt erwerben.

Gewerbegebiet in Weiskirchen: Bürgermeister hat keine Angst

Bürgermeister Jürgen Hoffmann hat keine Angst, dass die Stadt auf Baugrundstücken sitzen bleibt, die im Lauf der Jahre durch zunehmenden ökologischen Wert beinahe unverkäuflich werden. Eine ähnliche Entwicklung hatte sich an der Marie-Curie-Straße in Nieder-Roden (N 27) gezeigt. In Weiskirchen, so Hoffmann, bestehe eine „ganz andere Situation“.

VON EKKEHARD WOLF

Lesen Sie auch:

Stadt wirbt für Grundstücke in Weiskirchen-West

Die Gewerbegrundstücke im Gebiet „Lichte Haide“ (W 18) an der Udenhoutstraße sind noch nicht verkauft. Es gebe aber einige ernsthafte Interessenten, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Er spricht von „einigen Unternehmen, die sehr verbindlich da reingehen wollen“.

Verdi-Oper vor einem Publikum in Badehose und Bikini

Der Opernklassiker „La Traviata“ ist am Donnerstag, 1. August, im Strandbad Nieder-Rodenzu erleben. Zum vierten Mal gastiert der gemeinnützige Verein „Music to go“ mit Musiktheater im Espresso-Format: konzentrierter Genuss in reduziertem Umfang.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare