SOEinfach nur spazieren fahren

Zeljko Matekovic hat sich ein Genießerauto gegönnt

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Wer ohne Dach fährt, nimmt den Fuß vom Gas: So sieht das jedenfalls Zeljko Matekovic. Das Vergnügen besteht für ihn im entspannten Gleiten über die Landstraße – ganz ohne Ziel und Zweck. Fotos:

Regelrecht verliebt hat sich Zeljko Matekovic in den Mazda MX 5, als der Anfang der 1980er Jahre auf den Markt kam. „Ich war absolut begeistert“, erzählt er. Das Auto muss damals eingeschlagen haben wie eine Bombe.

Dudenhofen –  Und sein Besitzer weiß noch vieles: „Das war der meistgebaute Roadster der Welt. “ Es habe damals Wartezeiten von mehr als einem Jahr gegeben, weil das Auto einen regelrechten Cabrio-Boom ausgelöst habe, erinnert sich Matekovic. Und doch seien lediglich 3500 Exemplare für den europäischen Markt geplant gewesen.

Weil nur wenig reingeht in den Kofferraum des Zweisitzers, eignet sich der Wagen als Familienkutsche nicht, deswegen wurde der Traum des Vaters erst einmal zurückgestellt. Doch im Jahr 2010 war es für den gelernten Kraftfahrzeugmechaniker-Meister endlich so weit, er gönnte sich das unvernünftige Spaß-Auto.

Für entspanntes Rollen auf der Landstraße mit etwa 80 Stundenkilometern ist das rote Cabriolet perfekt. Denn Matekovic hält es mit dem verstorbenen Motorjournalisten Fritz B. Busch. Der hat dafür plädiert, dass auch der Fuß vom Gas genommen wird, wenn das Dach runterkommt. Zum zweckfreien Herumfahren mit viel Zeit für die Landschaft benötigt der Fahrer lediglich eine Kappe gegen die Sonne und vorsichtshalber auch immer eine Jacke.

Über die ausklappbaren Schlafaugen machten sich Kritiker anfangs noch lustig.

„Es braucht kein Ziel, der Weg ist das Ziel“, findet der Cabrio-Fan, wenn er mit seinem Genießerauto unterwegs ist. Dennoch ist ein Abstecher mit festem Endpunkt jährlich obligatorisch: Die Wasserkuppe wird regelmäßig zum Germknödelessen angesteuert. Auch die Haxen auf dem Kreuzberg findet der Wahl-Dudenhöfer immer wieder einen Ausflug wert.

Der Cabrio-Fan hat vor seinem Ruhestand 40 Jahre am Flughafen als Kundendienstleiter der Instandhaltungswerkstatt gearbeitet. Ein Plan des Rentners sieht vor, den Wagen irgendwann komplett zu zerlegen und von Grund auf aufzumöbeln. Wie lange das dauern wird? Über Zeit und Geld dürfe man bei solch einem Projekt nicht nachdenken, ist der gebürtige Kroate überzeugt. Schließlich wolle er es ja richtig machen.

Bevor es ernst wird und das Auto eine Weile nicht genutzt werden kann, hofft der 64-Jährige, seine Gattin noch für eine gemächliche Tour auf der Großglocknerstraße begeistern zu können, die er früher schon einmal mit dem Motorrad gefahren ist.

Ein Auto noch ganz pur: Der Mazda hat keinen Airbag und keine Servolenkung.

Wenn auch Sie ein Sommerfahrzeug besitzen, dass Sie unseren Lesern vorstellen wollen, melden Sie sich in der Rodgau-Redaktion unter Telefonnummer 06106 66821-24 oder unter red.rodgau@op-online.de. Dabei muss es sich keineswegs um ein schnelles, wertvolles oder enorm herausgeputztes Mobil handeln. Es reicht völlig, dass das Gefährt seinem Besitzer am Herzen liegt und sich eventuell noch witzige oder spannende Geschichten dahinter verbergen.

Lassen Sie sich keinesfalls abschrecken, falls Sie glauben, Sie könnten mit den bereits von uns in der Zeitung vorgestellten Fahrzeugen nicht mithalten. Auch ein alter Drahtesel, ein Tretroller oder ein Traktor kann in dieser Serie interessant sein. Vielleicht haben Sie selbst geschraubt, gebastelt oder erfreuen sich einfach nur an ihrem Gefährt? Dann melden Sie sich!
VON SIMONE WEIL

Quelle: op-online.de

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