Fünf Tiger auf einen Streich

Zirkus Manuel Weisheit gastiert mit seinen Großkatzen bis Ostern am Badesee

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Fünf sibirische Tiger und Dompteur Sascha Prehn sind die Stars im Zirkus Manuel Weisheit, der noch bis einschließlich Ostermontag in Nieder-Roden gastiert.

Sibirische Tiger am Badesee – wahrhaft ein vielversprechender Auftakt für zwei traumhafte Stunden im Sternenzelt. Noch bis Ostern wollen Akrobaten, Dompteure und Clowns in Nieder-Roden alle Register ziehen.

Nieder-Roden – Nicht zuletzt bietet das einzige Gastspiel, das der Zirkus Manuel Weisheit Jahr im Kreis Offenbach gibt, eine Premiere: Erstmals bietet der Familienzirkus fünf Großkatzen auf.

Erst vor sechs Wochen nämlich haben die vier Tigerdamen Shahib, Shiva, Jill und Sina mit Ilaria eine neue Kollegin bekommen. Als Tochter eines weißen Vaters etwas heller gezeichnet als die 8 bis 14 Jahre alten Halbschwestern, die seit Jahren die Stars des Familienunternehmens aus Neustadt an der Weinstraße sind, wurde Ilaria von den Weisheits quasi adoptiert. In einem französischen Zirkus großgeworden, hätte sich das Tier nach der Schließung dieses Unternehmens in einem Zoo nicht wohlgefühlt, erläutert Zirkussprecher Tim Thomsen: „Hier hat sie den ganzen Tag Beschäftigung, daran ist sie gewöhnt“. Immer nur schlafen und fressen, das langweile sie.

Dass sich der Neuzugang schon recht gut eingelebt hat, bekam das Publikum im gut besetzten 400-Personen-Zelt am Samstagnachmittag gleich zu Beginn des Programms zu sehen. Harmonisch spulte das Raubtier-Quintett mit Dompteur Sascha Prehn die eingeübte Nummer ab. Ein bisschen Gefauche dann und wann ist laut Thomsen, der auch als Conférencier in der Manege steht, durchaus normal: Das gehöre bei Tigers gewissermaßen zum guten Ton – umso mehr, wenn sich die Gruppe neu sortieren muss.

Zirkustieren aus nächster Nähe begegnen konnten Kinder in der Vorstellungspause.

Der Umgang mit großen Katzen gehört zwar zur Familientradition, ist aber heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Nach Informationen von Tim Thomsen ist das 1824 gegründete Unternehmen inzwischen der einzige deutsche Familienzirkus, der noch eine eigene Raubtiergruppe hält. Welche Kompetenzen in annähernd 200 Jahre im Manegen-Metier sonst noch wachsen, erlebte am Samstag ein staunendes Publikum: Pferde, Ponys und springfreudige Lamas führte Dominik Weisheit vor.

Janette Weisheit gab den Außerirdischen „Pinky Slinky“ im knautschigen Kostüm, die erst 14-jährige Mary Ann Weisheit ihr Debüt mit der ersten eigenen Nummer am Trapez. Lautstarke Anerkennung belohnte die kraftvolle Darbietung der vier Gebrüder Weisheit an den römischen Ringen.

Auch sonst steckt in dem rund 20-köpfigen Artistenteam genug Elan und Einfallsreichtum für ein abendfüllendes Schlag-auf-Schlag-Programm: Eine packende Feuerspucker-Show und Hula-Hoop mit bis zu 40 Reifen waren ebenso wie atemberaubende Luftartistik und rasante Jongleure zu sehen. Auch die Pause bot Erlebnisse: In der Tierschau durften Kinder die Tiger mit aufgespießten Putenfleisch-Häppchen füttern, Mutige mit meterlangen Würgeschlangen fürs Familienfoto posieren.

Kraftvolle Darbietung an den römischen Ringen – damit begeisterten die Gebrüder Weisheit.

Regelrecht begeistert zeigte sich Tim Thomsen von der Aufgeschlossenheit des Rodgauer Publikums, auch bei kontroversen Fragen wie etwa Tierhaltung und Tierschutz: „Die Leute stellen hier sehr viele Fragen und sind auch an unseren Antworten interessiert“. Auch außerhalb der Vorstellungen fänden sich Besucher ein, um sich persönlich vom Wohlergehen etwa der Tiger zu überzeugen. „Wir gehen damit sehr offen um“, betonte Thomsen. „Wer etwas wissen oder sehen will, ist jederzeit willkommen“.

Weitere Aufführungen sind im Zirkus Manuel Weisheit wieder am Gründonnerstag, 18. April, ab 17 Uhr, dann am Samstag, 20. April, ab 15 und 19 Uhr sowie am Ostersonntag und Ostermontag, 21. und 22. April, jeweils ab 15 Uhr. Am Donnerstag zahlen Erwachsene Kinderpreise, am Samstagabend wird der Eintrittpreis allgemein günstiger.  

zrk

Quelle: op-online.de

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