Ein Berg aus Komplimenten

Hunderte Gäste erleben an zwei Tagen der offenen Tür den Hospizneubau am Wasserturm

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Stiftungsvorstand Dr. Nikos Stergiou (vorn, rechts) gehörte zum Rotary-Team, das die Führungen Samstag und Sonntag anbot. Hier eine Besuchergruppe im Musterzimmer.

Die Komplimente prasselten so reichlich nieder wie draußen der Regen. Doch selbst die Dauer-Dusche vom Himmel konnte das Interesse am fast fertiggestellten Hospiz an zwei Tagen der offenen Tür nicht bremsen.

Rodgau – Allein am Samstag kamen 800 Gäste, die sich während Führungen ein Bild machten vom Neubau am Wasserturm. „Überragend, was hier passiert ist. “ „Ein Projekt des Herzens. “ „Einfach elegant. “ So lauteten Kommentare von Offiziellen und Besuchern.

Bevor Mitglieder der Hospizstiftung Rotary Rodgau und das Hospiz-Team um Leiterin Christina Dölle die Räume vorstellten, stand bei einer kleinen Feierstunde im Veranstaltungszelt des Restaurants Wolfsschlucht gegenüber dem Hospiz der Dank an alle Beteiligten im Zentrum. Moderiert von Kuratoriumsmitglied Lothar Mark, schilderten mehrere Redner die Ausnahmestellung, die das segensreiche Projekt im Landkreis Offenbach einnimmt.

Stiftungs-Schatzmeister Herbert Sahm erwähnte stolz, der Neubau sei nur zehn Monate nach dem Spatenstich so gut wie fertig. Es sei gelungen, eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Gäste ihre letzten Tage „würdevoll verbringen können“, lobte er die Leistung der Architekten Norbert Beck (Jügesheim) und Matthias Bauer (Hanau). Vor allem gebühre auch den vielen Spendern und Zustiftern großer Dank. 3,1 Millionen Euro seien bisher in das Projekt geflossen, das Stiftungskapital betrage zwei Millionen.

Danach ging „eine Säule und das Rückgrat der Bewegung“, so Lothar Mark, ans Mikro: Landtagsvizepräsident Frank Lortz. Der gab das Kompliment gleich weiter an den Stiftungsvorstand Dr. Nikos Stergiou, „das Herz der ganzen Geschichte“. Anerkennend lobte Lortz, er habe in seiner nun schon sehr langen Politikerkarriere „noch nie ein Projekt wie das Hospiz erlebt, das von der Planung bis zum Ende so reibungslos verlaufen ist.“ Das hörte natürlich auch Dr. Klaus Bartl vom Betreiber, der Mission Leben, gerne. Ausdrücklich erwähnte Lortz auch die Stadt Rodgau und alle 13 Kreiskommunen als maßgebliche Zustifter.

Traditionell regnet es bei offiziellen Terminen in Sachen Hospizneubau Spenden, und manche Zustifter sind jedes Mal dabei. Diesmal waren großzügig: Sparkasse Langen-Seligenstadt, Sparkasse Dieburg, Markus Euler privat (Vorstand Sparkasse Dieburg), Mission Leben, 30 Privatspender, Kabarettgruppe En Haufe Leut’, Salinenpark GmbH Bad Kreuznach, Werte-Stiftung Frankfurt, diverse andere Firmen und Gesellschaften.

Wenn es soweit sein wird mit mir, brauche ich den Engel in dir. Pfarrer Friedrich Karl Barth darüber, worauf es bei der Begleitung auf dem letzten Weg ankommt. Bürgermeister Jürgen Hoffmann bestätigte, es habe „von Anfang an große Motivation geherrscht“. Das Hospiz ermögliche seinen Gästen, die letzten Tage in Würde „und vielleicht manchmal sogar mit ein bisschen Freude“ zu erleben. „Es ist schön, ein klitzekleiner Teil dieser Bewegung sein zu dürfen.“

Die Hospiz- und Pflegedienstleiterin Christina Dölle beschrieb danach kurz, worauf es beim Hospizdienst unter anderem ankomme: zuhören, nachfragen, helfen, sobald die Kraft nachlässt.

Im Interview plauderten hernach Lothar Mark und der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Werte-Stiftung, Jonas Reckermann, über die Motivation zu spenden. Immerhin hatte die Werte-Stiftung schon 2012 zu Beginn des Projekts eine Million Euro zugesagt. Das Vorhaben passe sehr gut zu dem, wofür die Werte-Stiftung stehe, sagte der Olympiasieger im Beachvolleyball von 2012. Das mit dem Hospiz verbundene Thema sei zwar „schwierig“. Bei dem Rodgauer Projekt sei es aber gelungen, „auch das Positive sichtbar und erlebbar zu machen“, klopfte er allen Beteiligten verbal kräftig auf die Schultern.

Eröffnungsfeier für den Neubau ist am 28. Februar, 11 Uhr. Die ersten Gäste kommen dann Mitte März.

VON BERNHARD PELKA

Quelle: op-online.de

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