Rodgau soll aufblühen

Die Mischung macht’s: Mit dem richtigen Saatgut kann eine Blumenwiese bereits im ersten Standjahr so aussehen, wie dieses Foto des „Netzwerks Blühende Landschaft“ zeigt. Foto: R. Klement (p)

Rodgau (eh) - Blumenwiesen, wie es sie früher gab, will Günter Keim (Dudenhofen) in Rodgau wieder heimisch machen. Der Vorsitzende des Imkervereins Maingau setzt sich dafür ein, brachliegende Flächen, Wegränder, Böschungen und Grünstreifen an den Straßen gezielt mit Wiesenblumen einzusäen.

„Für die Natur wäre das gut, die Bürger hätten was fürs Auge und die Stadt könnte durch Extensivierung Pflegekosten sparen“, meint Keim. Sein Vorbild ist die Stadt Mössingen in Baden-Württemberg, die sich als „Blumenstadt“ bezeichnet und diesen Begriff zur Imagewerbung nutzt.

Positivbeispiele sammelt das „Netzwerk Blühende Landschaft“ unter dem Dach eines Vereins von Öko-Imkern. Dort gibt es auch Saatgut und Informationen. Nicht nur Städte und Gemeinden können zu blühenden Landschaften beitragen, auch für Gartenbesitzer kann eine Blumenwiese eine Alternative zum grünen Rasen sein.

Günter Keim geht mit gutem Beispiel voran. Auf einem Gartengrundstück zwischen dem Gewerbegebiet Jügesheim und der Kreisquerverbindung hat er eine Versuchsfläche mit verschiedenen Mischungen eingesät. „In drei bis vier Wochen müssten die ersten Blumen blühen“, sagt Keim. Wegen der langen Trockenheit sei die Saat langsam aufgegangen.

Dabei denkt der Hobby-Imker nicht unbedingt an die Bewohnerinnen seiner Bienenstöcke: „Mit den Blumenwiesen tun wir mehr für die Hummeln und Wildbienen. Die Honigbiene ist eine Spezialistin.“

Jagdgenossenschaft Dudenhofen unterstützt Aktion

Wie man es nicht machen soll, hat Günter Keim im vergangenen Jahr erlebt. Nach monatelanger Trockenheit, als die Natur durch den Regen gerade wieder zum Blühen kam, wurden im Juli und August viele öffentliche Flächen gemulcht. Sowohl in Rodgau als auch in Dietzenbach wollte man damit das Jakobs-Greiskraut bekämpfen. Gleichzeitig wurden allerdings sämtliche Blumen mit beseitigt. Keim: „Für die Bienen und vor allem die Wildbienen und Hummeln ist das eine Katastrophe, denn fahren Sie mal durch die Landschaft: Überall nur Grünflächen. Davon können die beiden letzteren nicht leben und selbst unsere Honigbienen benötigen den Pollen als Eiweißlieferanten.“

Die Jagdgenossenschaft Dudenhofen hat 2000 Euro bereit gestellt, damit private Grundbesitzer größere Flächen in blühende Wiesen verwandeln können. Das Geld ist nicht nur für Saatgut bestimmt, sondern auch als Lohn für den Landwirt, der die Fläche umpflügt.

Das Saatgut verwaltet Günter Keim. Erst vor wenigen Tagen hat er Blumensamen für zwei Hektar geliefert bekommen. Die Mischung macht’s, aber sie hat auch ihren Preis: Ein Kilo kann bis zu 80 Euro kosten.

Quelle: op-online.de

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