Obstbäume für den Klimaschutz

Kreis Offenbach bezahlt 133 Bäume für Rodgauer Streuobstwiesen

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Bereit zur Pflanzung: Obstwiesenbesitzer und ihre 133 neuen Bäume. 

Die Streuobstkooperation Rodgau ist auf Rekordkurs: 133 Obstbäume wurden bei der jährlichen Sammelbestellung geordert und am Samstag ausgeliefert. „So viele hatten wir noch nie“, sagte Steffen Freund, der die Aktion organisiert hatte. 

Rodgau - Die Kooperation trage dazu bei, dass der Streuobstbestand in der Gemarkung „gepflegt, erhalten und erneuert“ werde.

Normalerweise bringt die Gruppe im Herbst 60 bis 80 Bäume unter die Leute. Dass es diesmal fast doppelt so viele sind, erklärt Steffen Freunde mit notwendigen Ersatzpflanzungen: „Durch die Trockenheit der letzten Sommer sind viele Bäume kaputt gegangen.“

Aber auch einige Neulinge sind wieder dabei, etwa ein Ehepaar, das sich angesichts der Baumgröße fragte: Wie können wir sie im Auto verstauen? Erfahrene Streuobstgärtner waren mit einem Autoanhänger oder sogar mit einem Kleinlaster gekommen.

Für die Kosten der Bäume kommt der Kreis Offenbach auf – in diesem Jahr rund 4 350 Euro. Die Empfänger bezahlen nur einen symbolischen Euro pro Baum. Sie müssen sich aber verpflichten, die Bäume in der Feldgemarkung zu pflanzen, also dort, wo auch früher schon Streuobstwiesen waren.

Seit 2012 hat der Kreis mehr als 700 Obstbäume für Rodgau bezahlt, „weil wir erkannt haben, wie wichtig es ist, Landschaft zu bewahren“, wie Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger sagt. Streuobstwiesen seien nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern böten auch Lebensraum für Insekten, Vögel und allerlei Kleingetier.

48 hochstämmige Sorten hatte die Baumschule Schüler besorgt: Quitten, Zwetschen, Birnen, Mirabellen, Sauer- und Süßkirschen, aber auch Raritäten wie den Heuchelheimer Schneeapfel, die Schwarze Maulbeere, Mispel und Elsbeere.

Nicht jeder Wunsch lasse sich erfüllen, bedauerte Thorsten Schüler. Bei Ersatzlieferungen orientiere er sich möglichst nahe an den Wünschen: „Keiner bekommt eine Birne, wenn er einen Apfelbaum bestellt hat.“ Und: „Wer einen sauren Apfel möchte, der bekommt auch einen sauren Apfel.“

Mit der Gartenschere demonstrierte er das kleine Einmaleins des Obstbaumschnitts, damit der Baum sich wunschgemäß entwickelt und bald guten Ertrag bringt. Wichtig sei ein gesundes Verhältnis der Größen von Wurzeln und Krone. Da ging es um Fachbegriffe wie Leitast, Augen und Saftwaage.

„Zu viel wegschneiden geht nicht“, postulierte Schüler und griff beherzt zur Schere. Nach und nach fiel ein Ästchen nach dem anderen zu Boden. Am Ende hatte der mehr als zwei Meter hohe Baumschulbaum nur noch vier kleine Äste. Er sehe nun zwar sehr karg aus, habe aber die besten Voraussetzungen, um im Frühjahr mit aller Kraft auszutreiben, meinte der Fachmann.

Einige Pflanztipps gab er den Hobbygärtnern auch noch mit auf den Weg. Besonders wichtig sei die Bewässerung. Faustregel: einmal pro Woche 60 bis 70 Liter. Das betonte auch Steffen Freund: In den ersten drei bis vier Jahren müsse man regelmäßig wässern, „bis der Baum ein Wurzelwerk entwickelt hat, das tief in den Boden reicht“.

Einen Tipp für Neulinge hielt die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger parat. Die grüne Kunststoffspirale um den Stamm müsse dran bleiben: „Sie ist ein Verbissschutz, keine Verpackung.“

VON EKKEHARD WOLF

Quelle: op-online.de

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