Rodgau feiert Reformation

Luther auf allen Kanälen

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Oliver und Friederike Nedelmann bereicherten das Reformationsfest mit Theater in Jügesheim.

Rodgau - So wie die Reformation die christliche Kirche entzweit hatte, so hat der Vorabend zum 500. Reformationstag die Ortschaften Rodgaus vereint. Von Sven Johann Stripling 

Am Montagabend machten die evangelischen Gemeinden in Jügesheim, Nieder-Roden und Dudenhofen es nämlich möglich, mit einem furiosen, humorvollen Theaterstück in Jügesheim, einem Luther-Mahl in Nieder-Roden und einer einzigartigen Lichtperformance in Dudenhofen in den Feiertag zum Jubiläum zu starten. Auf Pilgerreise gingen die Rodgauer zum Reformationsjubiläum. Drei Veranstaltungen galt es zu genießen: in Jügesheim, Dudenhofen und Nieder-Roden.

Am Anfang von Geschichte steht immer das Erlebnis. Und so war es im evangelischen Gemeindezentrum Jügesheim rund 150 Besuchern möglich, beim Stück des Rödermärker Wohnzimmertheaters „Theater&Nedelmann“ die Geschichte rund um Luther live und in Farbe mitzuverfolgen. Mit Witz und Charme brachten Oliver und Friederike Nedelmann Luthers Leben und Wirken von einer ganz anderen Seite auf die Bühne. Denn die beiden Darsteller nahmen es sich auch durchaus heraus, die große Figur von ihrem Sockel herunterzuholen und zu vermenschlichen. So zeigten sie beispielsweise auch einen zerrissenen Luther, der zu viel trinkt und mal an sich, mal am Rest der Welt zweifelt.

Umrahmt war das Schauspiel davon, dass Cranach, ein Freund Luthers und Künstler, Luther live auf der Bühne malte. Natürlich porträtierte der Dialog der beiden Figuren Luther noch mehr als jedes Bild das könnte. Am Ende der Vorführung zeigte sich auch Emmaus-Pfarrer Axel Mittelstädt beeindruckt: „Für mich als Theologe ist es wirklich der Hammer, Luther so live zu erleben und die einzelnen Bausteine, die man so aus den Geschichtsbüchern kennt, auf diese Weise auf die Bühne gebracht zu sehen.“

Im Anschluss tourten dann viele der Besucher hungrig nach Nieder-Roden, um sich dort bei Tische über das Stück auszutauschen. Im Gemeindehaus war alles vorbereitet für ein großes, gemeinschaftliches Abendessen wie zu lutherschen Zeiten, als im Hause Luther fast jeden Abend rund 50 Personen gespeist und sich bei Tisch unterhalten haben.

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Natürlich durften in diesem Kontext auch die Tischreden Luthers nicht fehlen. Benjamin Graf, Ehemann der Nieder-Röder Pfarrerin, gab diese im Laufe des Abends in der Rolle des Luther in Versform zum Besten, während sein Publikum Kürbissuppe, Spießbratenbrötchen oder Schmalzbrot zu sich nahm.

Wenn Luther gerade nichts kund zu tun hatte und es mal zu still wurde am Tisch, erfreuten außerdem das Ensemble für alte Musik aus Götzenhain und Sue Ferres, die auf einer Schlüsselfidel spielte, das Publikum mit passender Musik.

Ähnliche Musik spielte auch beim Ausklang des Abends in Dudenhofen eine Rolle. Dort stand als Schlussakkord eine einzigartige Lichtperformance auf dem Programm. Knapp zwei Stunden lang konnten sich rund 200 Besucher in den unteren Reihen der Kirche, die von außen hell erleuchtet war, von den Klängen, die Rochus Paul an der Orgel, Tom Schüler am Flügelhorn, Rainer Fenchel an der Trompete und ein Blockflötenensemble zum Besten gaben, berauschen lassen und dabei unglaubliche Lichtspiele rund um den Altar bewundern. Die wechselnden Lichtstimmungen, die das Eventwerk Rodgau gestaltete, tauchten die vertraute Kirche in ein ganz neues Licht. Dazu zitierte Pfarrerin Christina Koch Bibelstellen über das Licht – zum Beispiel im Zusammenhang mit der Schöpfungsgeschichte und zum Thema Luther und dessen Bedeutung für die Kirche.

Quelle: op-online.de

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