Stadtradeln in Rodgau

Mehr als 300 Radfahrer für den Klimaschutz unterwegs

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Seit dem Start am Rathaus (Foto) strampelten die 308 Teilnehmer des Stadtradelns insgesamt mehr als 72 000 Kilometer weit.

Bei der Aktion „Stadtradeln“ haben 308 Fahrradfahrer aus Rodgau fast zweimal die Welt umrundet. Innerhalb von drei Wochen legten sie mehr als 72  000 Kilometer auf zwei Rädern zurück.           

Rodgau – Die Teilnehmer radelten auf normalen Tourenrädern und Rennrädern, aber auch auf Tandems, Liegerädern und anderen Sonderanfertigungen. Sogar Pedelecs waren erlaubt.

Die Ergebnisse sind noch nicht endgültig: Noch bis morgen, Freitag, können die Teilnehmer ihre gefahrenen Kilometer nachmelden.

Bereits jetzt steht fest: Wären die Radler alle Strecken per Auto gefahren, hätten sie zehn Tonnen Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre geblasen. Diese Angabe basiert auf dem durchschnittlichen Ausstoß an Treibhausgasen von 142 Gramm je Kilometer.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) trug die meisten Kilometer zum Gesamtergebnis bei (26 404 km). Er stellte aber auch das größte Team mit 54 Radlern. Den zweiten Platz belegte die Mannschaft „Radsportfreunde Rodgau“ mit 41 Teilnehmern und 7 608 Kilometern. Die Stadtverwaltung trat mit 25 Leuten in die Pedale. Auch 20 örtliche Politiker strampelten mit.

Eine herausragende Leistung zeigte der Einzelfahrer der Kolpingsfamilie Jügesheim. Er radelte 1 072 Kilometer weit – und das, obwohl er zwischendurch ein neues Fahrrad kaufen musste: Sein altes Bike hatte nach neun Tagen schlappgemacht.

Mit dem festgeschraubten Hochrad kommt man nicht weit: Franz Dürsch im Museum der kroatischen Hauptstadt Zagreb.

Improvisationstalent bewies auch der frühere Kommunalpolitiker Franz Dürsch, der für die Energiegenossenschaft Energo startete. Beim Besuch der Partnerstadt Donja Stubica (Kroatien) hatte er kein Fahrrad dabei. Das selbst gesteckte Ziel erreichen, täglich eine Radtour zu unternehmen? Im historischen Museum der nahe gelegenen Hauptstadt Zagreb entdeckte er ein Hochrad, das aber festgeschraubt war. Ein Freund aus der Partnerstadt half ihm schließlich aus: Mladen Bubanko, der schon mehrmals am 24-Stunden-Lauf in Dudenhofen teilgenommen hatte, lieh Dürsch sein Geländerad.

Bei fünf der 31 angemeldeten Teams blieb es beim guten Vorsatz: Die Fisch-Günthers, „Rodgau erleben“, die Burg Schlotterstein und die Schönwetterradler meldeten keine gefahrenen Strecken, obwohl das Wetter sicher schön genug war. Das Team „No Name“ trug seinen Namen zu Recht: kein Teilnehmer, keine Kilometer.

Nach drei Wochen Stadtradeln belegt Rodgau den 198. Platz unter 1 060 teilnehmenden Städten und Gemeinden. Zum Vergleich: Rödermark ist auf dem 161. Platz. Die Platzierungen können sich noch ändern, da das Stadtradeln nicht überall gleichzeitig stattfindet: 234 Kommunen sind noch nicht gestartet, viele andere radeln noch.

In einer Abschlussveranstaltung will die Stadt die aktivsten Radler würdigen. Der Termin steht noch nicht fest.

Mit dem Stadtradeln will das europaweite Klimabündnis der Kommunen die Menschen zum Umsteigen aufs Rad bewegen. Bürgermeister Jürgen Hoffmann ist ein Beispiel dafür, dass die Aktion Früchte trägt: Er ist in den drei Aktionswochen auf den Geschmack gekommen und hat sich ein neues Fahrrad gekauft. Am Montag radelte er damit zur Eröffnung der Ferienspiele.

Quelle: op-online.de

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