Messstation

Mikrofon nimmt den Fluglärm auf

Rodgau (bp) - Auf dem Flachdach des Christian-Zang-Hauses an der Schillerstraße 27 b in Weiskirchen ist die Rodgauer Fluglärmmessstation errichtet worden. Seit 4. Juli dokumentiert sie den Umgebungslärm (Flugzeuge, Autos, Rasenmäher  und mehr) in seiner Gesamtheit.

Über das Mobilfunknetz von Vodafone erreichen die Messwerte den Deutschen Fluglärmdienst. Dieser wertet die Daten grafisch aus und filtert heraus, welcher Lärm mit hoher Wahrscheinlichkeit allein den Flugzeugen zuzuordnen ist. Wer die Grafiken einsehen möchte, muss sich des Internets bedienen.

Auf der Internetseite der Stadt Rodgau (www.rodgau.de) unter dem Link „Fluglärm über Rodgau“ oder unter www.dfld.de sind die Grafiken zu finden. Oder die Bürger verfolgen dort die Flugspuren quasi live in einer entsprechenden Animation. Beschwerden über zuviel Fluglärm nimmt der Deutsche Fluglärmdienst entgegen.

Aus den Grafiken ist der durchschnittliche Dauerschallpegel rund um die Messstelle in Weiskirchen ersichtlich. Ein Beispiel: Am 21. Juli, 5 bis 6 Uhr und 22 bis 23 Uhr, betrug dort der Dauerschallpegel im Schnitt 51,1 Dezibel. Die städtische Stadtplanerin Jutta Lusert nannte zur Vorstellung der Messstation gestern einen Vergleichswert. So dürfe in Wohngebieten aus stadtplanerischer Sicht zwischen 22 und 6 Uhr ein Orientierungswert von 45 Dezibel Lärm in der Regel nicht überschritten werden. Abweichungen bis zu fünf Dezibel seien in Ausnahmefällen aber möglich.

Gesamtbelastung darstellen

Bürgermeister Jürgen Hoffmann sagte, die Station diene dazu, „die Gesamtbelastung darzustellen“. Auch solle dokumentiert werden, „wie viele Flüge wir in den Nachtzeiten haben“. Der Verwaltungschef verurteilte Diskussionen darüber, den Fluglärm lediglich bestimmten Regionen geballt zuzumuten. Im Gegenteil: Die Region müsse geschlossen auftreten und auf eine gerechte Verteilung des Krachs hinarbeiten. Unverzichtbar sei auch die strikte Einhaltung des Nachtflugverbots. „Am liebsten zwischen 22 und 6 Uhr.“ Hoffmann machte deutlich, dass die Stadt „insgesamt zum Flughafen steht“.

Die Messstation besteht aus einem wetterfesten Mikrofon, dem Schallpegelmonitor und einem GSM-Modem. Das Mikro ist auf dem Flachdach an einem etwa vier Meter hohen Mast befestigt. Die kalibrierte Messanlage hat einen Überspannungsschutz. Modem und Schallpegelmonitor stehen im Keller des Christian-Zang-Hauses. Der Schallpegelmonitor ist eine technische Einrichtung zum Messen und Speichern von Schallpegeln gemäß DIN EN 61672 sowie zum Übermitteln gesammelter Messwerte und Ergebnisse.

Die Anschaffungskosten betragen 14. 264 Euro. Jährlich fallen weitere 2 000 Euro für Wartung, eventuelle Reparatur und Kalibrierung an. Kontakt im Rathaus: Dirk Engelmann, unter  693 1351.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare