Böser Verdacht

Ermittlungen im Kreis Offenbach: Machen Immobilienhaie illegal Wohnungen aus Büros?

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So schlimm wie in dieser Unterkunft für ausgebeutete Wanderarbeiter in Katar sieht es in den früheren Büros in dem Rodgauer Gewerbegebiet wohl nicht aus. Anlieger fürchten aber trotzdem um ihr gutes Umfeld. 

Die Bauaufsichtsbehörde im Kreis Offenbach geht einem bösen Verdacht nach: Wird in einem Gewerbegebiet in Rodgau Büroraum illegal in Wohnungen umgewandelt?

Rodgau/Rödermark – Die Bauaufsichtsbehörde des Kreises Offenbach geht einem bösen Verdacht nach: Wird in einem Rodgauer Gewerbegebiet Büroraum illegal umgewandelt in Wohnungen für Wanderarbeiter? Die angebliche Masche: Immobilienhaie kaufen leer stehende Büros auf.

Dann wird vermietet an eine Notdienstfirma, die rund um die Uhr arbeitet. Für deren 24-Stunden-Bereitschaftskräfte stehen in den Büros neben einer Kochgelegenheit auch Betten. Beobachter behaupten: Die Notdienstfirmen werden nur zum Schein gegründet. Tatsächlich wohnen in den ehemaligen Büros Wanderarbeiter. Etwa alle sechs Wochen wechsele die Mannschaft.

Rodgau Offenbach: Kaufen Immobilienhaie leer stehende Büros?

Im Rathaus ist das Problem bekannt. Frühere Büros würden heute „auf den ersten Blick anders genutzt als gedacht“, heißt es in der Pressestelle vorsichtig. Im Sommer sei beobachtet worden, wie dort Wäsche im Freien trocknet. Es habe den Anschein, „dass dort Menschen wie in einer Art Boardinghouse wohnen und nicht nur arbeiten“. Zuständig sei aber die Kreis-Bauaufsicht.

Da es sich um ein „laufendes Verfahren“ handele, hält sich die Kreis-Pressestelle bedeckt. Die Bauaufsicht sei „mit Eigentümern im Gespräch“. Generell sei eine Unterbringung von Bereitschaftsmitarbeitern in Gewerbeimmobilien zulässig – wie dies bei Feuerwehren, in Krankenhäusern und Rettungswachen der Fall sei. Wohnen aber wäre dort „unzulässig“. Bisher handele es sich lediglich um einen Verdacht. „Bloß, weil dort ein Bett und eine Küche stehen, ist das noch keine Wohnung“, heißt es im Kreishaus.

Rodgau Offenbach: Werden Büros illegal zu Wohnungen?

Anlieger sehen das weniger entspannt. Sie fürchten um ihr Umfeld, berichten von halb entblößten Arbeitern, die sich im Sommer draußen gesonnt und getrunken hätten. Ähnliche Umwidmungen gebe es derzeit in Rödermark. Der Wirtschaftsförderung dort sind aber weder die angebliche Masche noch konkrete Fälle bekannt.

Gleichwohl gebe es Versuche, leere Büros illegal in Penthäuser umzuwandeln. Ein Sprecher der Wirtschaftsförderung sagt: „Das wären Nutzungen, die nicht dem Baurecht entsprechen. Einen Versuch aus dem Bereich des horizontalen Gewerbes haben wir mit einer neuen baurechtlichen Überplanung eines bestimmten Gebietes vereitelt.“ 

bp

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Quelle: op-online.de

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