Mehr Geld für Kinder

Rodgau profitiert vom Kinderförderungsgesetz

+

Rodgau - Steigende Landeszuschüsse für ihre Kindertagesstätten erwartet die Stadt Rodgau im nächsten Jahr. Das neue Kinderförderungsgesetz (Kifög) bringt rund 123.000 Euro mehr Geld in die Stadtkasse.

Dies hat die FDP-Stadtverordnetenfraktion auf Anfrage vom Magistrat erfahren. Das Gesetz war politisch umstritten. Kritiker befürchteten, dass die Einrichtungen künftig mit weniger Geld und weniger Personal auskommen müssten. In Rodgau ist nach den Zahlen des Magistrats das Gegenteil der Fall.

Nur vier Arbeitstage brauchte der Magistrat, um die sechs Fragen der FDP-Fraktion zu beantworten. Die Freien Demokraten erhielten detaillierte Berechnungen für jede einzelne der elf städtischen Kindertagesstätten. Demnach wird sich das Land Hessen im nächsten Jahr voraussichtlich mit 1,12 Millionen Euro an den Betriebskosten der Rodgauer Kitas beteiligen. Das sind 123.000 Euro mehr als 2012.

Förderung orientiert sich an Kindern

Die Förderung orientiert sich künftig nicht mehr an Plätzen, sondern an Kindern. Bisher zahlte das Land 80 Euro pro Jahr für jeden Platz in einer Gruppe, unabhängig davon, ob er auch besetzt war. In Zukunft gibt es 330 bis 580 Euro pro Kind, je nach Betreuungszeit. Das bringt mehr Geld vom Land, je voller die Gruppen sind. Rodgau profitiert davon. In dünner besiedelten Gegenden sieht das vielleicht anders aus.

Die Zuschüsse sollen den erhöhten Aufwand ausgleichen, der unter anderem dadurch entsteht, dass das Land den Personalschlüssel hinaufgesetzt hat. Eine Regelgruppe im Kindergarten muss laut Mindestverordnung mit 1,75 statt mit 1,5 Erzieherinnen besetzt sein.

Auch ein paar weitere Änderungen im Gesetz schlagen finanziell zu Buche. So bezahlt das Land künftig 100 Euro pro Kind und Jahr für die Qualitätsförderung. Die Integration von Migrationskindern wird neu geregelt. Für die Integration behinderter Kinder gibt es etwas mehr Geld.

Bambini-Programm bleibt unverändert

Das so genannte Bambini-Programm bleibt unverändert. Das Land bezahlt seit 2007 jedem Kind einen Halbtagsplatz im Kindergarten im letzten Jahr vor der Einschulung. Rodgau geht weit darüber hinaus. Schon von Anfang an waren auch Ganztagsplätze im letzten Jahr von der Gebühr befreit. Seit 2011 besuchen alle Kinder ab dem dritten Geburtstag die Kita kostenlos – egal bei welchem Träger, egal wie lange. Dahinter steht die Idee, jedem Kind schon früh gute Bildungschancen zu geben. Die Eltern bezahlen nur ein monatliches Essensgeld.

Die kostenlosen Kita-Plätze werden seit 2011 über eine erhöhte Grundsteuer finanziert. Rodgaus Steuerzahler bezahlen in diesem Jahr insgesamt 9,78 Millionen Euro für frühkindliche Bildung. Die zusätzlichen Einnahmen durch das Kinderförderungsgesetz verringern den Zuschussbedarf geringfügig.

Der Magistrat widerlegt auf FDP-Anfrage auch die Befürchtung, das „Kifög“ werde einen Personalabbau zur Folge haben. Im Gegenteil: Die Zahl der so genannten Fachkraftstunden in den elf städtischen Kitas müsse mit dem neuen Gesetz um fünf Prozent von 4638 auf 4874 steigen.

eh

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare