Stadt reagiert auf Kindersegen

Drei neue Kindertagesstätten geplant

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Der Sand ist aufgeschüttet, die ersten Spielgeräte stehen schon: Die neue Kleinkinder-Kita an der Breubergstraße nimmt bald ihren Betrieb auf.

Rodgau - In Rodgau gibt es so viele Babys wie schon lange nicht mehr. 413 Geburten beurkundete das Standesamt im vergangenen Jahr. Gleichzeitig hält der Zuzug junger Familien an. Die Stadt plant deshalb drei neue Kindertagesstätten. Von Ekkehard Wolf

Mehr als 1 500 Kinder über drei Jahren spielen und lernen in den Rodgauer Kindertagesstätten, wie hier bei einem Kunstprojekt in der Kita Alter Weg. In den Einrichtungen für Kleinkinder unter drei Jahren gibt es rund 400 Plätze.

Die Anzahl der Neugeborenen ist innerhalb von fünf Jahren um mehr als 100 gestiegen. Dennoch gibt es in den Kindergärten keine Wartelisten. „Uns hat geholfen, dass wir gut aufgestellt waren“, sagt Erster Stadtrat Michael Schüßler. Am nächsten Montag eröffnet die Kita Alter Weg (Jügesheim) zwei neue Gruppen. Sie befinden sich in den Räumen des früheren Kinderhorts. An der Breubergstraße in Nieder-Roden nimmt eine neue Einrichtung für Kleinkinder unter drei Jahren ihren Betrieb auf. Drei weitere Neubauten sieht der Kita-Bedarfsplan vor, den Sozialdezernent Schüßler nächsten Mittwoch im Sozialausschuss vorstellen will. „Wir wachsen mit dem Bedarf, nicht dem Bedarf hinterher“, betont Bürgermeister Jürgen Hoffmann.

Alle drei Bauvorhaben sind in den nördlichen Stadtteilen angesiedelt. Sie werden 2018/19 gebaut, wenn das Stadtparlament zustimmt.

  • In der Hauptstraße 177 in Weiskirchen will die Stadt im nächsten Jahr eine Kindertagesstätte mit zehn Wohnungen obendrauf bauen. Geplant sind drei Gruppen, davon mindestens eine für Kleinkinder. Das Grundstück hat die Stadt zu einem hohen Preis gekauft. Der Abriss der alten Gebäude ist beantragt.
  • Im Baugebiet Hainhausen-West (H 17) plant die Stadt eine Kleinkinder-Kita mit drei Gruppen. Um die Planungskosten zu minimieren, ist daran gedacht, die gleichen Pläne wie in Weiskirchen zu verwenden.
  • Die städtische Kindertagesstätte an der Rochusstraße in Hainhausen soll um zwei Gruppen erweitert werden. Sie sind im Erdgeschoss eines der Gebäude geplant, die der Bauträger „Amadeus“ an der Wilhelm-Leuschner-Straße errichten will.

Mit den drei Kita-Bauvorhaben reagiert die Stadt auf die bauliche Entwicklung. Allein an der Brückenstraße in Weiskirchen wurden und werden rund 100 Reihenhäuser hochgezogen. „Das war in der Bedarfsplanung vor drei, vier Jahren nicht planbar“, sagt Sozialdezernent Michael Schüßler. Wegen der zahlreichen Bauprojekte will der Magistrat die städtische Gebäudewirtschaft um eine Stelle aufstocken. „Wir sind personell am Anschlag“, sagt Bürgermeister Hoffmann. Es sei einfacher, die Planung selbst in die Hand zu nehmen, ergänzt Erster Stadtrat Schüßler. Das Vergaberecht schreibe nämlich vor, Architektenleistungen in der ganzen EU auszuschreiben: „Wir müssten dann europaweit einen Architekten suchen, der uns in Weiskirchen eine Kita plant.“

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Der neue Kita-Bedarfsplan enthält auch Berechnungen für die Baugebiete der nächsten Jahre. Demnach steht bereits jetzt fest, dass im Gebiet N 39 zwischen S-Bahn und Forschheimer See eine eigene Kindertagesstätte notwendig ist. Nicht ohne Stolz berichtet Michael Schüßler über die Betreuung an den Grundschulen. Wenn der Neubau an der Bürgerhaus-Schule fertig sei, gebe es erstmals keine Wartelisten mehr. In den Bau der Betreuungsgebäude habe die Stadt viel Geld gesteckt – anfangs gemeinsam mit dem Kreis Offenbach und seit Jahren allein.

Quelle: op-online.de

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