Vorbereiten für den Ernstfall

Rettung aus dem Eis – Feuerwehr dreht Lehrvideo, DLRG hat Tipps

Mit vereinten Kräften ziehen zwei Feuerwehrleute den Eisrettungsschlitten ans Ufer des Wallersees.
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Mit vereinten Kräften ziehen zwei Feuerwehrleute den Eisrettungsschlitten ans Ufer des Wallersees.

Nicht nur bei Tauwetter ist es gefährlich, zugefrorene Wasserflächen zu betreten. Die Feuerwehr Rodgau drehte am Wallersee ein Lehrvideo über Eisrettung.

Rodgau - Seit Monaten findet die Ausbildung der etwa 200 Einsatzkräfte als Online-Unterricht statt. „Aber immer nur Folienvorträge sind langweilig“, sagt Nicolai Merz von der Feuerwehr Rodgau-Mitte: „Wir haben auch schon eine Live-Übertragung aus dem Feuerwehrhaus gemacht, um wieder in die Gerätekunde einzusteigen.“

Nun entsteht erstmals ein Lehrvideo für alle drei Standorte der Feuerwehr Rodgau. Der halbstündige Film stellt nicht nur die Geräte vor, sondern erklärt auch unterschiedliche Methoden der Eisrettung. Leute aus dem Social-Media-Team der Feuerwehr haben die Szenen mit dem Smartphone gefilmt. Nun geht es an den Filmschnitt – mit viel gutem Willen und einer Menge Improvisationstalent. Daran mangelt es bei der Feuerwehr ja bekanntlich nicht.

Rodgau nahe Offenbach: Feuerwehr dreht Lehrvideo für Eisrettung

Die Eisdecke auf dem Wallersee war gestern noch so dick, dass die Einsatzkräfte für ihre Dreharbeiten ein Loch hineinschlagen mussten. Eine Wasserschicht auf dem Eis machte die Oberfläche glitschig. Zeigt sich da schon das Tauwetter? Jugendfeuerwehrwart Jonas Bracht schüttelt den Kopf: „Das ist der Regen von gestern.“

Für die Eisrettung besitzt die Feuerwehr Rodgau vier wasserdichte Spezialanzüge. Jeweils zwei davon liegen in den Standorten Mitte und Süd, also in der Nähe der beiden Rodgauer Seen. Auch das Rettungsboot der Feuerwehr Süd steht für Eis-Einsätze bereit. „Wenn das Eis so dünn ist, dass auch der Retter einbricht, ist das Boot unsere einzige Möglichkeit“, sagt Nicolai Merz.

Rodgau nahe Offenbach: DLRG Rodgau gibt TIpps für Eiseinbrecher

Was soll man tun, wenn man doch einmal ins Eis einbricht? Steffen Reichhardt von der DLRG Rodgau rät zunächst dreierlei: „Ruhe bewahren, keine hektischen Bewegungen, um Hilfe rufen.“ Zur Selbstrettung rät er, die Arme breit auf die Eisfläche zu legen und zu versuchen, sich an der Hinterkante des Lochs mit den Füßen hochzudrücken. Sollte das Eis brüchig sein, könne man auch versuchen, sich einen Weg zum Ufer zu bahnen. Allerdings muss es schnell gehen, weil die Kälte innerhalb kurzer Zeit unbeweglich macht. Das schilderte ein Fernsehreporter, der sich gestern im Selbstversuch aus dem Eisloch retten ließ: „Das hat sich angefühlt wie Schnitte mit dem Messer.“ (Ekkehard Wolf)

Anfang Dezember letzten Jahres (02.12.2020) war die Feuerwehr Rodgau zwischen Dudenhofen und Jügesheim im Einsatz. Dort wurde ein Mensch von einer S-Bahn überfahren.

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