Wo Bücher noch ein Schatz sind

Rodgauer Schüler bauen in Kambodscha eine Schulbibliothek auf

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Die Kinder stürzten sich auf die neuen Bücher. Für uns mag das Schulgebäude aus blankem Mauerwerk ärmlich wirken, in Kambodscha ist das Luxus.

Das Bildungssystem im Königreich Kambodscha leidet auch Jahrzehnte nach dem Ende der Schreckensherrschaft der Roten Khmer noch immer unter deren Folgen. Gerade auf dem Land lernen Kinder noch in erbärmlichen Blechhütten. Wenn sie überhaupt zur Schule gehen.

Rodgau – Da es keine Schulpflicht gibt, arbeiten viele auf den Reisfeldern ihrer Familien. Um die Verbesserung der Lebensverhältnisse in einem Dorf in Kambodscha haben sich jetzt Jugendliche der Claus-von-Stauffenberg-Schule verdient gemacht. Ein Deutsch-Leistungskurs sammelte 800 Dollar für die Erstausstattung einer Schülerbibliothek.

Julia Meusel und ihre Mutter Katharina kennen das Dorf Anlong Veng unweit der Grenze zu Thailand von einer touristischen Reise im Jahr 2018. Damals machte der Reiseleiter die Urlauber auf ein Projekt des Kölner Vereins „Köln hilft Kambodscha“ aufmerksam und bat um Spenden für den Aufbau eines Schulgebäudes. Die Kinder lernten damals in einer lausigen Blechhütte. Der Urlaub 2018 spornte Julia Meusel an, noch mehr zu tun, als ein paar Dollar zu spenden. Sie animierte ihren Deutsch-Leistungskurs von Lehrer Thorsten Andrä, sich dem Projekt anzuschließen. Außer dem Schulgebäude selbst fehlte es vor allem an Büchern. Nicht an Schul- und Sachbüchern, sondern an kindgerechter Literatur für die Schulbibliothek.

Julia Meusel (rechts) füllte das Bücherregal.

Die 18-Jährige schaffte es, ihre Mitschüler für die gute Sache zu gewinnen – und es kamen bei diversen Aktion tatsächlich 800 Dollar Spenden zusammen. Das Geld erreichte jetzt während eines neuerlichen Urlaubtrips die neu gebaute Grundschule in Anlong Veng. Julia Meusel und ihre Mutter kümmerten sich dort persönlich um den Kauf der Kinderbücher, die in der Landerssprache und in Englisch gedruckt sind. Seit der Übergabe in der Schule füllen sie nun drei Regale. Mit einer Begeisterung fürs Gedruckte, die heute vielen Kindern fremd ist, stürzten sich die Grundschüler auf die neue Lese-Unterhaltung.

„Das war ein tolles Erlebnis, das mich emotional sehr angesprochen hat“, schildert die Jugendliche ihre Gefühlslage in diesem Moment. Ihre dankbaren Gastgeber ließen sie freilich nicht ohne neuen Auftrag gehen. Die Schule ist noch ohne Schutz vor den dort frei laufenden Wasserbüffeln und braucht deshalb unbedingt einen Zaun.  

VON BERNHARD PELKA

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Quelle: op-online.de

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