Bus-Ersatz in Cremeweiß

Silberjubiläum: Mehr als 200. 000 Fahrgäste nutzen Sammeltaxi

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Ein Dankeschön für 25 Jahre Zusammenarbeit: Stadtwerke-Betriebsleiter Markus Ebel-Waldmann überreicht ein Geschenk an Taxi-Unternehmer Werner Weilmünster.

Rodgau – Auch wenn der Stadtbus Feierabend hat, bleibt man in Rodgau ohne Auto mobil. Seit 25 Jahren ist das Anruf-Sammeltaxi (AST) ein fester Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs. Mehr als 200.000 Fahrgäste hat es seither befördert. Von Ekkehard Wolf

Am 4. Februar 1994 wurde dieses Angebot ins Leben gerufen, zunächst nur als Probelauf für vier Monate. Die Resonanz war so gut, dass die Betriebskommission der Stadtwerke beschloss, den Betrieb fortzusetzen.

Anfangs fuhr das Sammeltaxi im Stundentakt. Schon 1995 wurde die Angebotsdichte verdoppelt und die Betriebszeit verlängert.

Als erster Fahrgast sei der SPD-Stadtverordnete Jörg Luther eingestiegen, erinnert sich Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Sein Parteifreund Luther habe damals prophezeit, das AST werde sich nicht lange halten.

Auch 25 Jahre später ist das Sammeltaxi täglich auf Tour: als Bus-Ersatz mit cremeweißer Lackierung. Damals wie heute fährt das Unternehmen „Funk-Taxi Rodgau“ von Werner Weilmünster im Auftrag der Stadtwerke.

Die Fahrgastzahlen stiegen von 505 im ersten Jahr auf 9 195 im Jahr 2007. In den ersten 24 Jahren (eine neuere Zahl liegt nicht vor) fuhren 198. 319 Menschen mit dem Anruf-Sammeltaxi. Das sind durchschnittlich 22 pro Tag.

Das Sammeltaxi fährt nur auf Anforderung. Wer mitfahren will, muss sich mindestens 30 Minuten vor Abfahrt telefonisch anmelden. Lediglich am Bahnhof Jügesheim kann man spontan einsteigen – eine Möglichkeit, die laut Stadtverwaltung etliche Berufspendler nutzen.

Daten zur Auslastung der beiden AST-Linien können Stadt und Stadtwerke auf Anfrage nicht nennen. Allerdings gebe es in Rollwald etwa 10 bis 15 Stammkunden auf der Verbindung nach Nieder-Roden. Die Rollwald-Linie fährt tagsüber. Sie wurde unter anderem eingerichtet, damit ältere Menschen zum Einkaufen fahren können.

Der Zuschussbedarf des Sammeltaxis liegt zwischen 70. 000 und 75.000 Euro pro Jahr. Das heißt: Bei jedem Fahrgast legt die Stadt etwa 8,50 bis neun Euro drauf. „Die Unterdeckung hält sich in Grenzen“, meint Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Öffentlicher Nahverkehr sei nie kostendeckend möglich. Hoffmann weiß, wovon er spricht, schließlich hatte er 20 Jahre lang hauptberuflich mit Verkehrsbetrieben zu tun: als Betriebsleiter der Stadtwerke Rodgau (1991 bis 2001) und als Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft (2001 bis 2010).

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Drei Jahre lang gab es sogar eine Verknüpfung der Anruf-Sammeltaxis von Rodgau und Rödermark. Zum Umsteigen wurde 1998 in Rollwald eine gemeinsame Haltestelle eingerichtet. Somit konnten Fahrgäste von Weiskirchen bis zur Urberacher Bulau fahren. Ein AST in Rödermark gab es von 1996 bis 2004. Erster Stadtrat Jörg Rotter kündigte im Bürgermeisterwahlkampf an, er wolle wieder ein Sammeltaxi einrichten.

Quelle: op-online.de

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