Plansch-Ärger schlägt hohe Wellen

Soll die Stadt den Wasserspaß im Brunnen auf dem Puiseauxplatz verbieten?

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Versonnen planscht ein Mädchen mit seinen Füßen im Brunnen der Jugend auf dem Puiseauxplatz. Soll die Stadt dieses Vergnügen verbieten?

Es mag die Affenhitze sein, die eine Debatte im Internet so sehr befeuert hat, dass sie ein bisschen aus dem Ruder gelaufen ist.

Nieder-Roden – Das Streitthema passt prima zum Wetter: Muss die Stadt Kindern aus Gründen der Vorsorge- und Verkehrssicherungspflicht das Planschen im Brunnen der Jugend auf dem Puiseauxplatz verbieten? Diese Frage wirft der Streit im Netz derzeit auf. Zuletzt gab es dazu in der Facebookgruppe „Rodgau erleben“ 231 Kommentare.

Brunnen war im Sommer 2018 meist eine Kloake

Ausgelöst hat die Meinungsschlacht der Beitrag einer Frau. Sie regte sich darüber auf, dass der Brunnen „jetzt, nachdem er endlich wieder sauber gemacht und zum Laufen gebracht wurde, dazu missbraucht wird, dass Kinder in diesem baden“. Tatsächlich war der Brunnen im Sommer 2018 meist eine Kloake. Damals war die Pumpe heiß gelaufen. Dreck und Algenbefall taten zum schlimmen Bild ihr Übriges.

Die Frau stieß mit ihrem Vorwurf in ein Wespennest. Schnell lief in der Internetdebatte das Fass über: „Nimmt einer von diesen Übermüttern mal ne Wasserprobe?“ wurde der Ton mit Hinweis auf das eventuell etwa von Urin verunreinigte Wasser („Windpinkler“) sehr schnell sehr persönlich. Weitere Kostprobe: „Wer sich über planschende Kinder aufregt, hat sie doch nicht mehr ganz beisammen.“ Oder: „Im Ausland nennt man Menschen, die sich über Kinder im Dorfbrunnen beschweren Deutsche!“ Andere argumentierten: „Es ist ein Brunnen und kein Schwimmbad!“

Brunnen-Shitstorm in Rodgau

Für manche war das Hin und Her wohl besser als Kino und Fernsehen zusammen: „Ich würde beantragen, die Gruppe in Rodgau-Comedy umzubenennen“, meinte ein Witzbold. Durchaus ernst genommen haben hingegen die für Brunnen zuständigen Stadtwerke und auch Ordnungsdezernent Michael Schüßler den Brunnen-Shitstorm. Schüßler fragt mit Blick auf eine gewisse Eigenverantwortlichkeit: „Muss die Stadt den Menschen denn wirklich alles vorschreiben?“ Und: „Wir wollen an der Brunnenattraktion festhalten. Eine Absperrung drum herum kommt derzeit nicht in Frage.“

VON BERNHARD PELKA

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Quelle: op-online.de

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